70 Jahre "Der neue Tag": Lichtblicke im sozialen Dunkel
Seit 22 Jahren gibt es die Hilfsaktion "Lichtblicke" des Medienhauses "Der neue Tag"

Die Schirmherrinnen Elisabeth Wittmann und Edith Lippert (von rechts) haben wesentlichen Anteil am Erfolg von "Lichtblicke". Sie engagieren sich das ganze Jahr über als eifrige Spendensammlerinnen und prüfen mit den Mitarbeitern in den Landratsämtern und im Weidener Rathaus jeden Fall genau. Bilder: Götz/hfz
 
Die Schirmherrinnen Elisabeth Wittmann und Edith Lippert (von rechts) haben wesentlichen Anteil am Erfolg von "Lichtblicke". Sie engagieren sich das ganze Jahr über als eifrige Spendensammlerinnen und prüfen mit den Mitarbeitern in den Landratsämtern und im Weidener Rathaus jeden Fall genau. Bilder: Götz/hfz

Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtblick her. Seit 22 Jahren beschert das Medienhaus "Der neue Tag" viele Lichtblicke.

Leser helfen Lesern - dieser Grundgedanke steht hinter der Aktion "Lichtblicke". 1994 hat die Neustädter Land-Redaktion des Medienhauses "Der neue Tag" das Projekt ins Leben gerufen. Seit 21 Jahren steht Elisabeth Wittmann als Schirmherrin an der Spitze. 1999 folgte die Ausweitung auf den Landkreis Tirschenreuth. Hier ist Edith Lippert die Patronin.

Inzwischen ist es das größte Hilfswerk in der Region. Rund 6700 Mal konnte bisher schnell, unbürokratisch und vertraulich geholfen werden. Fast 2 Millionen Euro flossen an Menschen, die oft unverschuldet in Not geraten waren und häufig nicht mehr ein noch aus wussten. Für sie war "Lichtblicke" der letzte Strohhalm. Die Hilfsaktion unterstützt vor allem kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Schwerkranke, ältere Mitbürger, Behinderte und Unfallopfer und will helfen, dass diese Menschen ihr Leben wieder selbst in den Griff bekommen.

Die Not hat viele Gesichter. Da braucht eine Familie - der Vater ist krank, die Mutter schwerbehindert - eine neue Heizung, hat aber das Geld nicht dafür. Eine andere Familie verliert den Vater durch Unfalltod. "Lichtblicke" übernimmt einige Monatsmieten, kauft einen Küchenherd und hilft bei der Suche nach einer günstigeren Wohnung.

Schlimme Fälle


Eine Frau, die aufgrund einer spastischen Lähmung auf den Rollstuhl angewiesen ist, erwartet ihr zweites Kind. Daher wird ein Umzug in eine behindertengerechte Wohnung notwendig. Eine dreifache Mutter erkrankt an Krebs, der Mann lässt die Familie im Stich. Sie rutscht ganz schnell in eine finanzielle Schieflage. "Lichtblicke" bezahlt die Autoversicherung, eine Matratze, Kleidung und Lebensmittel für die Kinder. Immer wieder müssen sich Frauen von ihren aggressiven und gewalttätigen Männern trennen, weil auch das Wohl der Kinder gefährdet ist. Aus der Beziehung bleibt nicht selten ein Schuldenberg zurück. "Lichtblicke" packt beim Neuanfang mit an. Diese Beispiele könnte man beliebig fortsetzen.

Bei größeren Investitionen arbeitet "Lichtblicke" mit anderen Hilfsorganisationen wie der Marianne-Strauß- Stiftung, der Franz-Beckenbauer-Stiftung oder auch der Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord zusammen. Auf diese Weise konnten schon zahlreiche behindertengerechte Autos angeschafft werden, damit Menschen nicht aus dem Alltagsleben ausgegrenzt bleiben.

Kein Cent geht verloren


Das Besondere an der Aktion "Lichtblicke": Es gibt kein Bargeld. Sie hilft mit Sachleistungen und Gutscheinen, zahlt Rechnungen oder übernimmt Forderungen. Die ausgestellten Gutschriften ermöglichen Einkäufe nur in der Region. Auf diese Weise bleibt das von den Menschen in der Nordoberpfalz gespendete Geld hier. "Lichtblicke" ist damit auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Im Gegensatz zu vielen Hilfsaktionen gibt es keine Abzüge für Verwaltungskosten oder Spesen. Fallen Kosten an, übernimmt diese das Medienhaus "Der neue Tag". Daher kommt jeder gespendete Cent bei den Hilfsbedürftigen an.

"Lichtblicke" genießt in der Bevölkerung breiten Rückhalt. Die Menschen beweisen große Solidarität, wenn es darum geht, Geld für Notleidende zusammenzubetteln. Der Einfallsreichtum ist sensationell. Schulen basteln für Advents- und Weihnachtsmärkte, Vereine ziehen Feste auf, Kommunalpolitiker verzichten auf ihr Sitzungsgeld und Jubilare auf Geschenke, Hausfrauen backen Weihnachtsplätzchen, und NT-Redakteure machen daraus ein Backbuch, Musiker singen und spielen ohne Gage für eine CD. Und immer sind "Lichtblicke" und damit Notleidende in der Nachbarschaft die Beschenkten.

Aber auch die "Lichtblicke"-Verantwortlichen selbst tun alles, damit der Rubel rollt. Jahr für Jahr organisieren sie attraktive Veranstaltungen. Ob Preisschafkopf mit der Regierungspräsidentin, Stärketrinken mit "Bäff" oder Bayerischer Abend mit den "Altneihausern" - volle Säle und Kirchen sind garantiert.

Zuverlässige PartnerUnverzichtbare Partner sind für "Lichtblicke" die Landratsämter in Neustadt und Tirschenreuth sowie das Weidener Rathaus. Seit Ende 2015 ist im Lobkowitzerschloss Alexandra Feistl als Nachfolgerin von Barbara Mädl Ansprechpartnerin für die Hilfsbedürftigen.

Sie prüft jeden einzelnen Fall ganz genau, bevor gezielt geholfen wird. Sie klärt, ob nicht etwa staatliche Leistungen wie Hartz IV vorrangig greifen müssen. Erst wenn das nicht der Fall ist, springt "Lichtblicke" ein.

Feistl ist unter Telefon 09602/791035 oder AFeistl@neustadt.de erreichbar. Analog helfen in Tirschenreuth Annegret Dworschak, unter Telefon 09631/88217 oder lichtblicke@tirschenreuth.de, und in Weiden Silvia Schönberger, Telefon 0961/815011 oder silvia.schoenberger@weiden.de. Die Landratsämter stellen die Spendenquittungen aus. (ms)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.