70 Jahre Medienhaus "Der neue Tag"
20 Jahre Onetz - 20 Jahre Internetgeschichte

Josef Roßmann hat den Start des Oberpfalznetzes 1996 als Volontär im Medienhaus "Der neue Tag" vorangetrieben. Damals hatte auch die Printausgabe der Zeitung ein anderes Design als heute. (Foto: hfz)
 
So sah das Oberpfalznetz-Logo in den Anfangsjahren des Portals aus.

Das Medienhaus "Der neue Tag" gehörte 1996 zu den ersten Medienhäusern Deutschlands mit einem eigenen Internetauftritt. Das Oberpfalznetz war mitunter sogar unter den Top-Nachrichten-Websites in Deutschland zu finden. Wie die Website der "Süddeutschen Zeitung" feiert das Onetz heuer 20-jähriges Jubiläum. Eine Zeitreise.

Vor 20 Jahren ahnte man noch nicht, vor welche Veränderungen und Herausforderungen das Internet die Gesellschaft und die Medien im Jahr 2016 stellen würde. Welchen Stellenwert es im Alltag der Menschen und damit auch der Leser haben würde. Und dass wir es in der Hosen- oder Handtasche mit uns herumtragen würden. Dabei hat das Onetz, das bis Dezember 2015 Oberpfalznetz hieß, durchaus einen Anteil daran, dass die Menschen in der Region überhaupt ins Internet gehen konnten. Denn das Onetz vermittelte nicht nur Nachrichten, sondern auch Internetzugänge.

Josef Roßmann, der den Start des Oberpfalznetzes im Medienhaus vorantrieb, erinnert sich an die ersten Jahre: "Das Internet war damals für alle noch wirkliches Neuland. Die größten Hürden bildete zu Beginn die Technik - sowohl bei den Nutzern als auch beim Oberpfalznetz selbst. Die meisten Nutzer wählten sich per Modem ins Internet ein." Um mehr Menschen im Verbreitungsgebiet über das Internet zu erreichen, bot das Oberpfalznetz kurzerhand selbst Internetzugänge an." Natürlich war das Hauptziel die Verbreitung der hauseigenen Nachrichten. Aber schon das war eine Herausforderung: "Die Inhalte waren sehr textlastig, man musste sparsam mit Bildern umgehen. Die schmalen Modem-Bandbreiten gaben nicht viel her."

Hausaufgaben- und Referatebörse


Es dauerte allerdings nach dem Start des Portals nicht lang, bis Mails von Oberpfälzern aus aller Welt eintrafen. Sie freuten sich, endlich wieder aktuelle Nachrichten aus ihrer alten Heimat lesen zu können. Lokalnachrichten gehörten schon damals zu den meistgelesenen Angeboten, neben den Kleinanzeigen.

Es wurde viel ausprobiert. So gab es im Onetz eine Hausaufgaben- und Referatebörse, einen animierten Comic und einen viel genutzten Chat. "Man kann sich das als Vorläufer von Whatsapp und Facebook vorstellen", so Roßmann. "Text-Nachrichten tippen und absenden, und jeder Nutzer, der mit Pseudonym eingeloggt war, konnte mitlesen." Ganz ohne Handy oder Smartphone, denn damals funktionierte so gut wie alles über das stationäre Internet. Ein Rückblick auf die alten Designs des Oberpfalznetzes ist wie ein Blick in ein Online-Museum.

Traurige ErinnerungIn trauriger Erinnerung geblieben ist Josef Roßmann der Absturz der Birgenair-Maschine 1996 vor der Dominikanischen Republik. "Wir wussten, dass unser Kollege Sven Widera dort Urlaub machte. Die Redaktion versammelte sich in meinem Büro, dem einzigen mit Internetanschluss. Von den US-Medien kamen im Minutentakt Nachrichten. Es wurde bald zur Gewissheit, dass Sven und seine Frau Andrea unter den Opfern waren. So tragisch dieser Anlass war, uns wurde bewusst, dass das Internet unseren Beruf verändern würde."
Allen Unkenrufen zum Trotz – es gab in den zwei Jahrzehnten viele Zweifler an diesem neumodischen Internet – sind im Onetz heute noch vielfältigere Angebote zu finden: Artikel aus den Tageszeitungen, Kleinanzeigen, eine regionale Immobilienbörse, ein Stellenmarkt, NT-Ticket und digitale Beilagen. Seit immerhin elf Jahren gibt es die Lokalausgaben der Tageszeitung auch als E-Paper. Aktuell besuchen rund 500 000 Nutzer aus weiten Teilen der Welt das Onetz im Monat und rufen rund 3,3 Millionen Seiten auf.

Diese erscheinen seit Dezember 2015 in neuem Gewand: Das Medienhaus hat das Oberpfalznetz in Onetz umbenannt, das Logo neu gestalten lassen und das Portal rundum erneuert – optisch und funktionell. Diese Überarbeitung ist noch lange nicht abgeschlossen, neue Erweiterungen und Verbesserungen sind bereits in der Mache. Auch die nächsten 20 Jahre Onetz und Internet bleiben spannend.

Die folgende Galerie zeigt, wie das Onetz in den ersten Jahren und den Jahren danach ausgesehen hat.
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