775-Jahr-Feier vor dem Alten Rathaus
Großer Geburtstag, kleines Fest

Zu einer blühenden und weltoffenen Handelsstadt wurde Weiden unter Karl IV., der die Stadt oft besuchte. Auch zur 775-Jahr-Feier macht der Kaiser dem Oberen Markt mit seinem Gefolge, dem Straßentheater Bärnau, seine Aufwartung. Bilder: Karin Wilck (5)

"Die 775-Jahr-Feier wollten wir bewusst eher klein halten", erklärt die Leiterin des Kulturamtes Petra Vorsatz. Das ist den Organisatoren richtig gut gelungen.

Das Aufregendste an der Veranstaltung am Samstag waren wohl die Schwertkämpfe der tschechischen Gruppe Zlaty Gral aus Tachau. Frauen und Männer trugen so harte Kämpfe mit Schwert und Axt aus, dass die Rüstungen der Ritter nur so klirrten.

Wieder blüht der Handel


Sie erinnerten an die Zeit des Mittelalters, die nach Oberbürgermeister Kurt Seggewiß zur "Blütezeit" der Stadt gehörte, als an der Kreuzung zweier großer Handelsstraßen kein Weg an ihr vorbeiführte. Nach vielen Hochs und Tiefs sei Weiden wieder dort angekommen, wo alles anfing. "Wir sind wieder das, was wir im Mittelalter waren: ein Handelszentrum", verkündete Seggewiß. Das Feierzentrum der Oberpfalz war Weiden an diesem Tag nicht.

Zwei Imbiss- und ein Getränkestand reichten aus, um die Gäste zu versorgen. "D'Altbairischen" zeigten ihre Tänze in der Mitte des Marktplatzes, begleitet von einem einsamen Akkordeonspieler auf der Bühne. Der Trachtenverein Almrausch legte Wendlstoana und Haushamer aufs Parkett, oder in diesem Fall aufs Kopfsteinpflaster. Die Musik dazu lief vom Band. "CHORisma" sang gemächlich und passte so gut ins Programm. Die Mittelaltergruppe Phönix heizte am Ende mit einer Feuershow dafür nochmal richtig ein. "Wir wollten vor allem den Weidener Vereinen eine Bühne geben", sagte die Kulturamtsleiterin.

Dem großen Förderer Weidens, Kaiser Karl IV., widmete das Straßentheater Bärnau ein historisches Spiel. Da es das Theaterstück nicht auf der Bühne, sondern vor der Rathaustreppe aufführte, konnten es leider nur Wenige verfolgen. Vorsatz, die das Fest mit ihrem Team organisiert hatte, verteidigte das Konzept. "Dieses Jahr steht für uns ganz im Zeichen Max Regers. Dazu organisieren wir sehr viele Veranstaltungen." Deshalb sei die 775-Jahr-Feier eher klein gehalten. Zudem hatten die Organisatoren Pech. Den italienischen Markt, der eigentlich geplant war, hatte die Partnerstadt Macerata kurzfristig abgesagt. Vorsatz verweist außerdem auf die harte Konkurrenz wie das Neustädter Bürgerfest, den Mittelaltermarkt in Nabburg und das Oberpfalz-Festival mit Radio Ramasuri in Tännesberg. So ist vermutlich von Anfang an klar gewesen, dass die Feier kein Publikumsmagnet wird.

Chance in 25 Jahren


"Das Fest zum 750. Geburtstag haben wir ja schon riesengroß gefeiert", fügte Vorsatz an. 1241 ist die Stadt geboren. So ist den Weidenern vielleicht 2041 ein gewaltiges Fest vergönnt, wenn die Stadt ihr 800. Jubiläum feiert.

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/1683369
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