85-Jährige unternimmt Fahrt mit Heißluftballon
Oma hebt ab

Über den Wolken mit dem Heißluftballon schweben. Diesen Lebenstraum erfüllte Enkelin Vanessa Voit ihrer 85 Jahre alten Oma Katharina Ströhle. Über den Tatendrang der Senioren freuen sich auch die anderen Ballonfahrer. Bild: hfz
Viel zu lang hat Katharina Ströhle ihren Lebenstraum für sich behalten. Im Sommer 2014 aber brach er aus der damals 83-Jährigen heraus. "Wir fuhren gerade im Auto, als Oma auf Höhe Luhe gesehen hat, wie Leute einen Heißluftballon aufbauen", erinnert sich Vanessa Voit . So gern wolle sie auch mal mit einem Heißluftballon mitfahren. Ihr absoluter Traum sei das. Nur Opa Erich Ströhle - Gott hab ihn selig, er ist vor 16 Jahren gestorben -, habe sie nie gelassen. "Fast die ganze Welt haben sie gemeinsam gesehen, aber in einen Ballon wollte Opa sie nicht lassen", weiß Vanessa Voit - und schmiedet mit ihrem Bruder Christoph Voit , der Cousine Tamara Ströhle und dem Cousin Dominik Ströhle einen Plan. Nun, nach zwei Jahren Warten auf die richtige Wetterlage, ging er auf.

Ende Juni, es war ein heißer Tag, löste die mittlerweile 85-jährige Katharina Ströhle den Geschenkgutschein über eine Heißluftballonfahrt ein, den ihre vier Enkel ihr bereits an Weihnachten 2014 unter den Weihnachtsbaum gelegt hatten. In Schmidgaden ging's los. "Beim Ballonaufbau musste meine Oma mit 85 Jahren nicht helfen", sagt Vanessa Voit. Da packte sie zusammen mit den 16 anderen Mitfahrern an. Und Oma Katharina wurde nervös? Von wegen. "Sie sagte immer wieder, sie steigt definitiv ein." Mit zwei kaputten Kniegelenken gestaltete sich das gar nicht so einfach. "Aber wie ich rein komme, ist mir wurst. Hauptsache, ich bin drin", sagte Oma Katharina immer wieder. Also schob Enkel Christoph von außen, Vanessa zog die Seniorin von innen in den Weidenkorb, der wenig später 1700 Meter über dem Boden im Wind trieb. Angenehm war's. Nichts ruckelte wie im Flieger.

Und? Wie fühlte sich der wahrgewordene Lebenstraum für die 85-Jährige an? "Herrlich. Wir waren an einem Ort, an dem man nichts hört, aber alles sieht." Weiter schwärmte die Seniorin von der Stille am Himmel und dem Blick über das Freibad Perschen, über die Autobahn Pfreimd sowie über endlose Felder, Wälder und Wiesen. "Sechs Stunden war Oma tags darauf nicht ansprechbar. Da redete nur sie, erzählte allen von der Fahrt." Eine Stunde dauerte sie. Dann landete der Pilot den Ballon sicher im Pfreimder Stadtteil Hohentreswitz. Sehr zur Freude der Verwandtschaft, die damals unterm Weihnachtsbaum noch gemeint hatte, die Enkel seien verrückt, Oma eine Heißluftballonfahrt zu schenken. Ob so ein aufregendes Geschenk noch getoppt werden kann? "Naja, nach Rom möchte Oma auch noch mal", sagt Vanessa. Muss ja nicht mit dem Heißluftballon sein.
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