95-jähriges Jubiläum der DJK Weiden
Feiern ja, sporteln nein

Sie haben die DJK auf internationalem Feld erfolgreich vertreten und erhielten dafür Urkunden und Gutscheine von Vorsitzendem Reinhold Wildenauer (hinten, Zweiter von rechts) und Sabine Stahl. Bild: Kunz

Die Entscheidung fiel nach der letzten Weißwurst, die ja bekanntlich vor dem Zwölf-Uhr-Läuten vertilgt sein muss. Das Kindersportfest der DJK fiel ins Wasser. Der Rasen war aufgeweicht, die Sportakrobaten hatten im Vorfeld schon das Handtuch geworfen und die beiden Boxer, die gekommen waren, reichten einfach nicht aus, den Event am Laufen zu halten.

Dabei hatten die Verantwortlichen ein buntes Fest organisiert. Unter anderem wollte sich die American-Football-Abteilung samt ihren Cheerleadern präsentieren. Daneben waren Geschicklichkeitsparcours geplant, Bratwurstessen und Limotrinken. "Leider kam vor zwei Tagen der Wetterumschwung", sagte DJK-Chef Reinhold Wildenauer. Auf Gottesdienst und Feierstunde verzichteten die DJK-Verantwortlichen jedoch nicht.

Sieg nicht um jeden Preis


Der Gottesdienst zum 95-jährigen Jubiläum des Vereins wurde kurzerhand von der Terrasse ins Vereinsheim verlegt. Dort verkündete Kaplan Dr. Thomas Hösl, dass jeder Sportler vor dem Wettkampf seine kleinen Gebete an Gott schicken könne. Südamerikanische Fußballer machten dies mit ihrem Kreuzzeichen vor. Wenn wir Gott nicht mehr anerkennen, kann es leicht sein, dass wir nur noch Götzen dienen." Um jeden Preis siegen zu wollen, hieße, den falschen Weg zu gehen. Denn eine Gesellschaft, die ausschließlich auf Sieg programmiert sein, sei immer versucht, sozial Schwache oder einfach nur Schwächere auszuschließen. "Wenn wir nur auf den Erfolg schauen, bleiben die Schwachen zurück."

"Menschen, die für Gott nichts mehr übrig haben, haben bald für die Menschen auch nichts mehr übrig." Wildenauer erinnerte an 95 Jahre Weidener DJK-Geschichte. Die DJK sei 1921 von einem Präses und einem Bundesbahnobersekretär aus der Taufe gehoben worden. Das erste Vereinsheim habe sich auf einem Gelände nahe der Thermenwelt befunden.

Die sportlichen Aktivitäten hätten in einer stillgelegten Sandgrube des damaligen zweiten Bürgermeisters stattgefunden: Handball, Fußball, Faustball und Schlagball. Weitere Sportstätten der DJK: Augustiner-Seminar und Turnerbund. 1935 hätten die Nazis die kirchlich geprägte DJK verboten.

Erst 1951 sei der Verein durch Dekanats-Jugendseelsorger Franz Ettenreich und Dekanats-Jugendleiter Georg Salomon wiederbelebt worden. "Am 3. April 1952 beschloss man im kleinen Saal des Josefshauses die Neugründung der DJK Weiden."

Im Laufe der Feierstunde ehrten Wildenauer und Sabine Stahl Sportler, welche die DJK auf internationalem Feld vertreten hatten. Urkunden, Essensgutscheine und Getränkebons erhielten Janett Hösl, Christine Ebel, Diana Wadenpohl, Lea Summerer, Julika Loew, Johanna Pöllath, Maximilian Zeus, Julia Schraml, Benjamin Schindler, Aaron Mutterer, Jens Vögtel, Marlene Gomez-Islinger, Helmut Hecht, Martin "Dino" Weiß und Rudolf Trummer.
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