Abschied von Bürgermeister Alois Böhm
Ein Mann des Ausgleichs

Fünf Priester standen beim Requiem für den verstorbenen Schwarzacher Bürgermeister in der überfüllten Schwarzenfelder Marienkirche am Altar. Bilder: Steinbacher (2)
 
Für Feuerwehrmänner aus allen Orten der Gemeinde Schwarzach war es Ehrensache, ihren Bürgermeister zu Grabe zu tragen.

Die tiefe Wertschätzung für den am vergangenen Montag verstorbenen Bürgermeister von Schwarzach Alois Böhm zeigte sich in den Reden, vor allem aber in der unzähligen Schar von Trauergästen, die dem 61-Jährigen die letzte Ehre erwiesen.

Schwarzenfeld/Schwarzach. Abgeordnete, Kollegen, Vereinsvertreter, Bürgermeister, Weggefährten, der Wiener Professor Erik Szameit, der frühere Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Altlandrat Hans Schuierer - die Liste derer ließe sich lange fortsetzen, die dem beliebten, geradlinigen und aufgeschlossenen Alois Böhm das letzte Geleit gaben. In treffenden Worten charakterisierte Böhms Stellvertreter, Zweiter Bürgermeister Franz Grabinger, in der Schwarzenfelder Marienkirche den Ehemann, Vater, Freund, Bürgermeister und Kollegen. Was in Erinnerung bleibe, sei seine Menschlichkeit, seine Mit-Menschlichkeit. "Er war ein echter Menschenfreund. Wir wussten zwar alle davon, dass er schwer erkrankt war, aber dass er - erst 61-jährig - sterben würde, dass konnte sich keiner von uns vorstellen."

Bis zuletzt, "hatte er konkrete Pläne", etwa den Ausflug zur Hauptwallfahrt Dobra Voda nach Pocinovice am 18. September. Als Kämmerer beruflich ein Mann der Zahlen, habe er aber an die Kraft des Wortes geglaubt und darauf vertraut, dass man im Gespräch zusammen komme. Es würde den Rahmen sprengen, alle Maßnahmen seiner Amtszeit aufzuzählen. Beispielhaft erwähnte Grabinger den Bau des Dorfzentrums von Wölsendorf.

Landrat Thomas Ebeling, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS) und Dienstherr des Verstorbenen, würdigte Böhms kooperatives Miteinander und sein Verhandlungsgeschick, wenn es darum ging, die Interessen von 17 Verbandsmitgliedern unter einen Hut zu bringen. "Bei Vorgesetzten und Mitarbeitern bleibt seine Warmherzigkeit und Menschlichkeit in besonderer Erinnerung." Imponiert haben den Landrat auch die Ausgeglichenheit und Ruhe, die Böhm stets ausstrahlte.

Bürgermeister Manfred Rodde, Gemeinschaftsvorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld, nannte Böhm einen überzeugten Kommunalpolitiker, der nie ein böses Wort verloren habe. Bürgermeister Georg Butz, der für den Kreisverband des Bayerischen Gemeindetages sprach, fand die Zuversicht Alois Böhms ansteckend. Maria Homolkova, Bürgermeisterin der Partnergemeinde Pocinovice, erinnerte an die 2004 gegründete Partnerschaft aus der eine tiefe Freundschaft entstanden sei. "Wir werden dich vermissen". Mit diesen Worten schloss Peter Schießl, Sprecher der Vereine Wölsendorfs, seine Rede.

Hans Gradl, der für die übrigen Vereine, Verbände und Gruppierungen das Wort ergriff, stellte die enge, stets neutrale Verbundenheit mit allen Orten der Gemeinde heraus. Das Requiem, das Pater Josef mit vier weiteren Priestern - darunter Pater Lucas vom Miesberg und der frühere Schwarzacher Pfarrer Josef Schießl - zelebrierte, begleitete die Blaskappelle "Auerbachtal" musikalisch. Sie gestaltete auch die Beisetzung auf dem Schwarzenfelder Friedhof. Die Schwarzacher Schola sang Alois Böhm zu Ehren zum Abschluss das Schwarzachtallied.

Bei Vorgesetzten und Mitarbeitern bleibt seine Warmherzigkeit und Menschlichkeit in besonderer Erinnerung.Thomas Ebeling, Landrat und ZMS-Verbandsvorsitzender
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