Aktion des VdK-Kreisverbandes: Kampf für Barrierefreiheit
Ab sofort Barrieren melden

"Wie soll ich als Rollstuhlfahrer in Weiden selbstständig in den Zug kommen?", fragt Behindertenbeauftragter Alexander Grundler und begrüßt die VdK-Kampagne "Weg mit den Barrieren", die viele Unterstützer findet: (von links) VdK-Barrierebeauftragte Theresia Spachtholz, Bürgermeister Jens Meyer, Kreisvorsitzenden Josef Rewitzer und Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried (VdK), Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, Baudezernent Hansjörg Bohm und VdK-Kreisgeschäftsführer Siegmund Bergmann. Bild: sbü

Seit Jahren kämpft der VdK für Barrierefreiheit, damit Menschen mit Behinderung gut am normalen Leben teilhaben können. Nun wirbt der Sozialverband mit einer Großkampagne für mehr Aufmerksamkeit. Jeder kann sich daran beteiligen.

Zum Auftakt der Kampagne "Weg mit den Barrieren" des VdK-Kreisverbands Weiden waren führende Repräsentanten des Sozialverbands und der Stadt Weiden zu einem Ortstermin am Bahnhof in Weiden gekommen. Für VdK-Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried und Kreisverbandsvorsitzenden Josef Rewitzer ist der Weidener Bahnhof in höchstem Maße geeignet, um den Handlungsbedarf für Barrierefreiheit zu dokumentieren.

"Barrierefreiheit ist als Grundrecht aus dem Grundgesetz abzuleiten, auch die UN-Behindertenrechtskonvention fordert sie", stellt Rewitzer fest. 7,5 Millionen schwerbehinderte Menschen gebe es in Deutschland, 17 Millionen seien "sehr nah dran, schwerbehindert zu werden". Deshalb sei Barrierefreiheit ein "Muss".

Dann erläuterte der VdK-Vorsitzende die wichtigsten Einzelheiten der Kampagne "Weg mit den Barrieren". In der Aktionswoche vom 20. bis 24. Juni soll in zahlreichen Orten des Kreisverbands mit Infoständen die Bevölkerung sensibilisiert werden. Begonnen werde am Montag, 20. Juni, in Weiden von 10 bis 12 Uhr im Bereich Altes Rathaus sowie von 13 bis 15 Uhr in Rothenstadt am Stadtplatz. Danach geht es nach Vohenstrauß, Pleystein, Pressath, Eschenbach und Windischeschenbach im Landkreis Neustadt. Details zu den Standorten im Internet unter www.VdK.de/kv-weiden.

Landkarte mit Hindernissen


An den Infoständen wird neben den Vertretern von VdK-Kreis- und Ortsverband auch VdK-Barrierebeauftragte Theresia Spachtholz für Auskünfte zur Verfügung stehen. Vorträge der Barriereberater bei den Ortsverbänden ergänzen das Programm. Als "Herzstück der Kampagne für Barrierefreiheit" betrachten die VdK-Vertreter die Erstellung einer "Landkarte der Barrieren". Wer eine Barriere entdeckt, soll sie unter www.weg-mit-den-barrieren.de eintragen oder auf einem Vordruck vermerken, wie es ihn bei den VdK-Kreis- und Ortsverbänden gibt. An die Gemeinden wird außerdem eine mehrseitige "Erst-Check-Liste für eine barrierefreie Gemeinde" verteilt.

Für alle Gemeindebereiche wie Straßen, Verkehrsflächen, Wege, Eingangsbereiche, Treppen Aufzüge bis hin zu Veranstaltungen und sogar Internetseiten sollen dort Dutzende von Kontrollfragen zur Beurteilung der Barrierefreiheit beantwortet werden. Bei einer VdK-Großveranstaltung am 8. Juli um 14.30 in Neunburg vorm Wald soll das Thema ausführlich öffentlich präsentiert werden.

Ihre Unterstützung für die Kampagne versicherten am Bahnhof Weiden auch alle Vertreter der Stadt Weiden sowie Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher. Bürgermeister Jens Meyer erläuterte die wichtigsten Maßnahmen der Stadt, um in möglichst vielen Bereichen Barrierefreiheit herzustellen. Als wichtigste Beispiele nannte er den Neubau FOS/BOS, die "Zug-um-Zug-Altstadtsanierung" und die "Millionen-Investitionen" der Stadtbau-GmbH.

"Nichts hat sich geändert"


Alexander Grundler kritisierte als Rollstuhlfahrer und Behindertenbeauftragter der Stadt die fehlende Barrierefreiheit des Weidener Bahnhofs: "Alle Bundestagsfraktionen waren schon da, nichts hat sich geändert." (Hintergrund)
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