Aktionstag in Wirtschaftsschule
Rasen mit rollenden Stühlen

Parcours-Bauer Markus Troppmann hilft dem Organisator des Projekts, Roland Frischholz, beim Befahren der Rampe.

Die Welt der Rollstuhlfahrer kennenlernen: Das sollen die Siebtklässler der Wirtschaftsschule beim Aktionstag "barrierefrei - mobil". Bei Rollstuhl-Parcours, -Rallye und -Basketball schnuppern die Schüler aber nicht nur hinein, sondern haben dabei auch eine Menge Spaß.

"Wir bringen die Schüler nicht mehr aus den Rollstühlen raus", erklärt Roland Frischholz. Der Lehrer an der Gustl-Lang-Schule hat den Projekttag organisiert. Eine Station dabei: Rollstuhl-Basketball.

Das nahmen die Schüler begeistert auf: "Block ihn!" - "Ja, weiter! Zu mir!", rufen sich die Siebtklässler zu und passen den Ball hin und her. Dann erzielt einer einen Korb. Großer Jubel bricht aus. Die Schülerinnen am Rand machen eine Laola-Welle. Kurz darauf setzt ein Schüler wieder zum Wurf an. Doch dieses Mal scheitert sein Versuch: Ihm wird der Ball aus der Hand geschlagen. Der erfolgreiche Korbwurf bleibt ein seltener Glückstreffer. Gegen die Rollstuhlbasketballer des BVS Weiden haben die Anfänger kaum eine Chance. Michael, Markus und Sabine spielen sich die Bälle zu und passen ihre Gegner gekonnt aus. "Die Profis sollen den Schülern zeigen, was im Rollstuhl möglich ist", erläutert Frischholz.

Gefühl vermitteln


Die siebten Klassen der Wirtschaftsschule sind begeistert von dem Projekt. Nicht nur Basketball kommt gut an: Auch an den anderen zwei Stationen entdecken sie spielerisch, wie Rollstuhlfahrer ihr Leben meistern. Im Keller des Schulgebäudes hat Markus Troppmann einen Parcours aufgebaut. Mit einiger Mühe rollen die Schüler eine Rampe nach oben. "Das soll eine Steigung darstellen", erklärt der Weidener. "Wir müssen uns ja auf den Rollstuhl verlassen. Wir wollen ihnen ein Gefühl dafür vermitteln." Nach der Übung würden die Jugendlichen einen Bordstein mit ganz anderen Augen sehen. "Ich habe bemerkt, wie schwierig es ist, mit dem Rollstuhl da hochzukommen", erzählt der 14-jährige Johannes Lindner. "Man muss aufpassen, dass man nicht zurückkippt."

Die letzte der drei Stationen ist eine Rallye durch das Schulhaus. In kleinen Gruppen rasen die Siebtklässler herum und überprüfen die Barrierefreiheit in Zimmern und Gängen. Anschließend sprechen Sie mit Andreas Gürtler über Verbesserungsmöglichkeiten.

Alles Übungssache


Der 40-Jährige ist nach einem Autounfall querschnittsgelähmt. Er arbeitet im Sekretariat der Europa-Berufsschule und kennt deshalb die Schwierigkeiten für Rollstuhlfahrer in den Schulhäusern.

Seine Aufgaben für die Schüler sind vielfältig: "Du musst auf das Klo und brauchst eine barrierefreie Toilette", lautet etwa ein Auftrag. Oder: "Prüfe, ob du dir beim Getränkeautomat im Rollstuhl ein Mineralwasser kaufen kannst." Weitere Themen sind: "Wie kommst du zum Kunstunterricht?", und "Kannst du dich in der Küche am Abwasch beteiligen?" Zum Abschluss zeigt er den Schülern noch, wie er ins Auto einsteigt. Gekonnt manövriert er sich auf den Fahrersitz und legt den Rollstuhl neben sich. "Alles Übungssache", sagt Gürtler und grinst.
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