Allee-Tiefgarage nach Wiedereröffnung oft halb leer
Parken für 'nen Euro die Stunde

Donnerstagnachmittag, beste Einkaufszeit und schönes Wetter. Dennoch warten 152 Stellplätze in der Allee-Tiefgarage auf einen Autofahrer, der einen geschützten Parkplatz sucht. Bild: Schönberger

Ja, wo sind sie denn, die Autofahrer, die so dringend auf die Stellplätze in der Allee-Tiefgarage angewiesen waren? Überall, aber nicht in der Tiefgarage. Deren Auslastung lässt auch acht Wochen nach der "Voll-Eröffnung" viel Luft nach oben. Und das wird Konsequenzen nach sich ziehen.

Die WGS, Tochter der SGW Stadtbau, hat als neue Eigentümerin gut vier Millionen Euro in die Generalsanierung investiert. Und sie hat das alte Gebührenmodell der Stadt Weiden übernommen. Das heißt, in der Allee-Tiefgarage ist das Parken nicht teuerer als in der Stadt auf öffentlichen Stellplätzen üblich. Die erste Stunde kostet 90 Cent, die folgenden 1,20 Euro.

Auslastung ernüchternd


Um attraktiver zu werden, vor allem für Autofahrer, die etwas länger in der Tiefgarage im Norden der Altstadt bleiben, tüftelt WGS-Geschäftsführer Günther Kamm an einem neuen Gebührenmodell. Und das könnte darauf hinauslaufen, dass für jede Stunde ein Euro an Parkgebühren anfällt. Diese Lösung hätte auch einen praktischen Vorteil: "Bei der 90-Cent-Regelung drohen uns bisweilen die Zehnerl fürs Wechselgeld auszugehen."

Die Zeit seit der Wiedereröffnung nutzte die WGS intensiv, um die Auslastung der Wechselparkplätze zu beobachten. "Die Zahlen sind sehr ernüchternd", gesteht Kamm. Im Schnitt seien die Parkplätze täglich nur vier Stunden belegt. "Und das ist weit weniger als wir erwartet hatten." Dabei erinnert Kamm auch an die Klagen der Einzelhändler in der Innenstadt, die mächtig Druck gemacht hatten, um die Sanierung in Rekordzeit über die Bühne zu bringen. "Der Bedarf an Stellplätzen ist offenbar doch nicht so hoch." Allerdings seien durch die Rückkehr der rund 165 Dauerparker in die Allee-Tiefgarage wieder oberirdische Stellplätze frei geworden.

Immerhin habe dies den Vorteil, dass jeder, der einen Stellplatz suche, auch schnell einen finden könne. Zudem stellte die WGS fest, dass in den letzten Tagen die Nachfrage nach Parkplätzen in der Allee-Tiefgarage "ganz leicht" angestiegen ist.

Per Handy bezahlen


Tief in die Tasche greift die WGS in diesem Jahr, um die Ausstattung in den beiden Parkdecks Friedrich-Ebert-Straße und Naabwiesen auf Vordermann zu bringen. Beim Naabwiesen-Gebäude soll die Einfahrt in der Leibnizstraße deutlich in Richtung Weigelstraße verschoben werden. In der Friedrich-Ebert-Straße ist eine neue Schrankenanlage überfällig. In beiden Häusern wird die Beleuchtung überprüft und auf Energiespartechnik umgestellt.

Die Parkdecks sollen vor allem neue, schnelle Kassensysteme erhalten, bei denen auch Prepaid-(Geldwert-)Karten eingesetzt werden können. Auch die Bezahlung der Parkgebühr per Handy und App soll möglich sein. In der Planung sind ebenso Ladesäulen für Elektro-Autos. Allerdings wird es den Strom nicht zum Null-Tarif geben können. "Wir schauen in alle Richtungen, um diese Dinge zu sortieren."
Weitere Beiträge zu den Themen: Allee-Tiefgarage (4)Stadtbau Weiden (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.