Alpenverein wehrt sich gegen Vorwurf: Weidener Hütte bei DAV-Test weit vorne
Luxusherberge aber mit Charme

Von einer Hüttenübernachtung in den Alpen gibt es viele Vorstellungen. Spartanischen Bergfreunden ist das Bettenlager der Weidener Hütte bereits zu luxuriös. Archivbild: exb

Die einen sind Puristen, die anderen mögen es ein bisserl bequemer auch beim Bergsteigen und beim Wandern in den Alpen. Im "Rucksackradio" in Bayern 1 nahm sich einer der Enthaltsamen ausgerechnet die Weidener Hütte als Beispiel für zu viel Luxus in einer Bergunterkunft vor. Michael Pröttel kritisierte, "dass immer mehr Hütten sich zu Hotels verwandeln. Ein Beispiel für mich war die Weidener Hütte, die mittlerweile gekachelt ist im Sanitärbereich und wo du fast kein Bergsteigeressen mehr kriegst, ohne blöd angeschaut zu werden".

Das Zitat ist ein Jahr alt und stammt ursprünglich aus einem Beitrag über das von Pröttel mitverfasste Buch "Wilde Hütten". Der Alpinjournalist unterstützt die internationale Bergschutzorganisation "Mountain Wilderness". Nun kam der Satz im Zusammenhang mit der Ankündigung einer Podiumdiskussion über den Hüttenbau in den Alpen erneut ins Radioprogramm.

Michael Feistl von der Alpenvereinssektion Weiden, die die Unterkunft auf 1799 Meter Höhe im Karwendel betreibt, betont, dass man bei der Sanierung vor neun Jahren den rustikalen Charme so weit als möglich erhalten hat. "Davon zeugen unter anderem die Holzschindelverkleidung an der Fassade der ursprünglichen Hütte, der Wintergarten und das 'alte' Bettenlager."

Insbesondere der Zustand von Küchentrakt und Sanitäranlagen war für die Sanierung 2008 ausschlaggebend. "Ohne entsprechende Maßnahmen hätten amtlichen Auflagen nicht mehr erfüllt werden können", erinnert Feistl. "Dank des großartigen Engagements des damaligen Vorsitzenden, Günter Schwarz, und dessen Team wurde die Modernisierung mit viel Eigenleistung und hohem finanziellen Aufwand realisiert."

Als Beleg, dass sich der Kraftakt gelohnt habe, werten die Weidener Platz 9 beim DAV-Hüttentest. Vorsitzender Stefan Schönberger und Hüttenreferent Karl-Heinz Pröls sind darauf besonders stolz und freuen sich auf die Saisoneröffnung am 2. Juni.
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