Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" dankt Helfern
Lebensretter mit Auszeichnung

Für ihr beherztes Eingreifen bei einem schweren Unfall nahe Etzenricht erhielten Philipp Linz, Sabrina Schmid und Oliver Münch die Auszeichnung als "Kavaliere der Straße". Links Oberstleutnant und Kommandeur Christian Kiesel mit den Mitgliedern des Verleihungsausschusses. Bild: km

Drei Lebensretter und zwei Ersthelfer zeichnete die Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" mit Urkunde und Plakette für ihr umsichtiges Verhalten aus.

/Amberg. Nur der Aufmerksamkeit von Philipp Linz aus Etzenricht hat ein Autofahrer sein Leben zu verdanken. Er hatte sich an einem Sonntag im März gegen 4.15 Uhr zwischen Weiden und Etzenricht mit seinem Pkw mehrfach überschlagen und war auf einem Feld hinter einer Buschreihe gelandet. Linz fiel ein umgefahrener Straßenpfosten auf. Er suchte die Umgebung ab und stieß auf das Unfallfahrzeug.

"Absolut außergewöhnlich"


Seine Mithelfer Sabrina Schmid (ebenfalls Etzenricht) und Oliver Münch (Bechtsrieth) bargen den Mann, der noch im Auto einen Kreislaufkollaps erlitten hatte. Atmung und Herzschlag setzten aus. Mit vereinten Kräften leisteten sie Erste Hilfe durch eine Herzdruckmassage. Daraufhin setzten die Vitalfuktionen des Verletzten wieder ein und blieben stabil bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Die Polizeiinspektion Neustadt/WN, die das Trio zur Auszeichnung vorgeschlagen hatte, stufte die Hilfeleistung als absolut außergewöhnlich ein. Der Unfall wäre womöglich erst bei Tageslicht entdeckt worden, jede Hilfe für den Auto-Fahrer wäre dann zu spät gekommen.

Wärmende Decke


Zur rechten Zeit am rechten Ort war auch das Ehepaar Kerstin und Markus Bäumler aus Parkstein. Ein Pkw-Fahrer aus Schirmitz war in Weiden stadtauswärts unterwegs und erfasste an einer Fußgängerampel einen 38-Jährigen aus Bayreuth. Der hatte die Rotlichtphase der Ampel glatt übersehen, weil er mit seinem Handy beschäftigt war. Das Auto schleuderte ihn auf die Straße. Der Mann erlitt mehrere Frakturen. Die Eheleute Bäumler waren in ihrem Auto Zeugen des Unfalls, deckten den Schwerverletzten mit einer wärmenden Decke zu und kümmerten sich um ihn, bis Notarzt und Polizei eintrafen. Das Ehepaar Bäumler konnte an der Auszeichnung im Bundeswehr-Casino am Standort Weiden aus Termingründen nicht teilnehmen. Urkunde und Plakette werden nachgereicht.

Oberstleutnant Christian Kiesel, Kommandeur des Artilleriebataillons und damit Hausherr, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass jedes Wochenende etwa 100 000 Soldaten unterwegs sind zwischen Kaserne und Heimatort. Sie alle kämen als Ersthelfer ebenso infrage wie als mögliche Verkehrsopfer.
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