Arbeitsgericht Weiden räumt Zweifel aus der Welt
Keine Rechenfehler

(Foto: dpa)

Die Kündigung der Leiterin des Immenreuther Kindergartens war rechtswidrig. Am Donnerstag stellte das Arbeitsgericht in Weiden fest, dass sich bestimmte Vorwürfe nicht bewahrheitet hätten. Das hatte wohl auch der Arbeitgeber inzwischen erkannt und die Frau im Vorfeld der Verhandlung wieder eingestellt.

Immenreuth. Das Arbeitsgericht hat die Frau vollständig rehabilitiert, nachdem die katholische Kirchenstiftung ihr im Frühjahr gekündigt hatte (wir berichteten). Ihr Anwalt Benjamin H. Eismann ist mit dem Ergebnis zufrieden: "Jetzt ist endgültig geklärt, dass es keine Abrechnungsfehler gegeben hat."

In seinen Augen habe seine Mandantin den Fall zu 200 Prozent gewonnen. Das belegt auch eine Prüfung des Landratsamts Tirschenreuth. Kurz vor Weihnachten 2015 gab es eine Prüfung in dem Haus, die ohne Beanstandung verlief. Wenig später war die Leiterin wegen einer Operation krankgeschrieben, so dass sie bis zu ihrer Kündigung gar nicht mehr für die Finanzen zuständig war.

Jetzt ist endgültig geklärt, dass es keine Abrechnungsfehler gegeben hat.Anwalt Benjamin H. Eismann

Diese Prüfung bestätigt Emil Slany vom Landratsamt. Dabei handelte es sich um eine Routinekontrolle, bei der es um die Einhaltung bestimmter Fördervoraussetzung gegangen war. Zum Ergebnis wollte sich der Mitarbeiter des Jugendamts jedoch nicht äußern. Auch ein weiterer Kündigungsgrund habe sich nicht bestätigt: Der Arbeitgeber hatte argumentiert, dass andere Mitarbeiter mit Kündigung gedroht hätten, sollte die Leiterin nicht gehen. Obwohl die Frau schon seit August zurück auf ihrem Posten ist, habe keiner der Kollegen die Einrichtung verlassen. Wie vorab schon angekündigt, erschien kein Arbeitgebervertreter zur Verhandlung. Bereits eine Schlichtungsstelle des Bistums hatte nach einer Anhörung klargemacht, dass die Kündigung keine Chance auf Erfolg habe. Deshalb durfte die Frau bereits vor dem Termin am Arbeitsgericht zurück auf ihren Posten.

Richter Veit Zitzmann verpflichtete den Arbeitgeber, der Klägerin ein Zwischenzeugnis zu ihrer Leistung und zu ihrem Verhalten auszustellen. Zwar hat die Kirchenstiftung die Frau bereits wieder eingestellt, trotzdem hielt Zitzmann noch einmal ausdrücklich fest, "dass die Beklagten das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin fortsetzen, bis eine rechtskräftige Entscheidung über den Kündigungsschutz getroffen ist".

Die Klägerin zeigte sich erleichtert, über den Spruch. "Es hätte für mich nicht besser laufen können." Auch wenn sie seit 1. August wieder auf ihrem alten Posten arbeite, sei die Situation aber nicht einfach.
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