Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik tagt: Probleme in Weiden
Bataillon im Papierkrieg

Major Andreas Mehlhorn. Bild: hfz

Feuer frei: Major Andreas Mehlhorn nimmt bei der Kreishauptversammlung des Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik kein Blatt vor den Mund. Er nennt diverse Probleme, mit denen die Weidener Soldaten zu kämpfen haben.

Ja, das Artilleriebataillon 131 steht vor Herausforderungen. Welche, wusste der aus Brandenburg stammende S3-Stabsoffizier Major Andreas Mehlhorn bei der Hauptversammlung des Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik (ASP) des Kreisverbandes Nördliche Oberpfalz auch. Doch erst zu den Fakten.

So befänden sich aktuell über 3300 Soldaten in Auslandseinsätzen, über 840 davon sind vom Heer. Auch die Artillerie unterstütze und nehme neben dieser Einsatzverpflichtung auch an einer Vielzahl von multinationalen Übungen teil. Im Rahmen der Nato Assurance 2016 verlege die Artillerie zur Übung "Iron Sword 16" ab November nach Litauen. Überwiegend solle aber heimatnah geübt werden. Jedoch lasse eine derzeitige Nutzungseinschränkung der Panzerhaubitzen auf öffentlichen Straßen nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h zu. Damit werde die generelle Benutzung der Autobahn verhindert. Dies erschwere das Verlegen der Weidener Artillerie auf den eigentlich nahe gelegenen Truppenübungsplatz Grafenwöhr ungemein. Für die Benutzung von 1,8 Kilometer Autobahn müsse drei Wochen vor Übungsbeginn ein Wust von Anträgen gestellt werden.

Der ASP-Kreisverband versprach, sich bei den CSU-Abgeordneten im Verteidigungsausschuss für eine praktikablere Lösung einzusetzen.

Eine große Herausforderung, so Mehlhorn, stelle die seit Januar auch für die Bundeswehr geltende Europäische Arbeitszeitrichtlinie (SAZV) dar. Angehäufte Überstunden müssten in der Regel eins zu eins während der Freizeit abgebaut werden. Nach Teilnahme an zahlreichen Übungen und Einsätzen sei so mancher Soldat nur noch selten tatsächlich in der Kaserne verfügbar. So gestalte es sich, auch bei derzeit 99 prozentiger Stellenbesetzung, schwierig, allen angefragten Unterstützungsleistungen gerecht zu werden.

CSU-Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer gab einen kurzen Rückblick auf die Geschehnisse in der und um die Kaserne in Weiden. Eine umfangreiche Sanierung sei erforderlich gewesen, um in der Liegenschaft eine Artillerieeinheit aufnehmen zu können. Mit leichten "Aufhübscharbeiten", wie erst angenommen, war es nicht getan. Es sei noch nicht alles perfekt, aber die Soldaten fühlten sich willkommen, meinte Gollwitzer, der auch als Beamter bei der Bundeswehr in Weiden tätig ist. Weiterhin begrüße er die Erweiterung der Kaserne um den Sanitätsbereich. Der anwesende Stabsoffizier stimmte zu.

ASP-Kreisvorsitzender Harald Puckschamel verdeutlichte die Verbundenheit des ASP zur Bundeswehr.
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