Arbeitskreis Heimatpflege erinnert mit vielen Aktionen an das Jubiläum "500 Jahre Braurecht"
Gewaltige Aufwertung für kleinen Ort

Dr. Johannes Tippmann und Bürgermeister Roland Grillmeier genießen die Bierverkostung. Bild: Ulla Baumer

Mitterteich. Der Arbeitskreis Heimatpflege hat sich des Jubiläums "500 Jahre Braurecht" in besonderer Weise angenommen. Als die Mitterteicher 1516 den Freiheitsbrief von Zisterzienserabt Andreas aus Waldsassen erhielten, wertete das den kleinen Ort gewaltig auf.

Einer der wichtigsten Punkte war, dass die Bürger ihr Bier selbst brauen durften und es nicht mehr vom Kloster beziehen mussten. Dies bedeutete auch, dass sie das Getränk verkaufen konnten, ohne Abgaben an das Kloster entrichten zu müssen. So floss endlich Geld in die Kasse des kleinen Ortes. Dies alles markierte den Anfang der späteren Aufwärtsentwicklung Mitterteichs.

Mit vielen Aktionen will der Arbeitskreis im Jubiläumsjahr dieses wichtige Ereignis hervorheben. Die Sonderausstellung "Bier erleben" im Museum soll den Besucher unter anderem an die Schwierigkeiten der damaligen Zeit erinnern.

Die Bierverkostung mit Dr. Johannes Tippmann, dem Leiter der Forschungsbrauerei Weihenstephan, war der Auftakt einer Reihe weiterer Veranstaltungen zum Thema Bier. Walter König vom Bayerischen Brauerbund referierte im Auftrag der Privatbrauerei Hösl über die Vielfalt des Bieres und hob bei der Verkostung die besonderen Vorzüge der Hösl-Sorten hervor.

Bereits im Juni und nochmals am 17. Juli will der Arbeitskreis Interessierten ermöglichen, die Strukturen und Arbeitsweisen der Brauhäuser kennenzulernen. Der Rundgang beginnt im Kommunbrauhaus, in dem der Besucher erfährt, mit welch einfachen Mitteln Zoigl hergestellt wird. Anschließend geht es in einen Schaukeller, den der Arbeitskreis eingerichtet hat. Hier lässt sich erahnen, wie schwierig damals die Bierherstellung war.

Es folgt ein Besuch in der Privatbrauerei Hösl, in welcher der Gegensatz zum Kommunbrauer deutlich wird. Hier regiert bereits der Computer und vieles wird maschinell erledigt. Von der Brauerei geht die Führung weiter zur Sonderausstellung im Museum. Nach einem kurzen Rundgang erhält jeder Teilnehmer in einer provisorisch eingerichteten Zoiglstube Bierkostproben und eine kleine Brotzeit.

Am 10. Juli, beim Zoiglfest des Burschenvereins, nimmt der Arbeitskreis mit zwei Wagen am Festzug durch die Stadt teil. Auf einem Wagen verteilen Mitglieder des Heimatvereins das berühmte Getränk an die Passanten. Mit dabei sind auch die beiden Zoigl-Hoheiten aus der Zoiglhochburg Neuhaus.

Auf einem weiteren Wagen ist der Fasslkocher zu sehen, mit dem die Bierfässer früher dicht gemacht wurden. Der Burschenverein ist mit dem bekannten "Lawawogn" vertreten. Vervollständigt wird der kleine Festzug mit der Stadtkapelle, den Vertretern des Stadtrats und Landrat Wolfgang Lippert sowie mit einer historischen Fußtruppe.
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