Arbeitslosenquote sinkt weiter auf 4,1 Prozent
Über 1700 Stellen offen

Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert. Die Arbeitslosenquote lag im Juni bei 4,1 Prozent. Der wachsende Stellenmarkt bietet besonders qualifizierten Fachkräften gute Chancen.

Insgesamt 4775 Personen waren bei der Agentur für Arbeit Weiden arbeitslos gemeldet, 210 weniger als im Mai. Somit war die Arbeitslosenquote nochmals leicht rückläufig. "Der Arbeitsmarkt zeigt sich solide", kommentiert Geschäftsführer Thomas Würdinger.

Rund 1440 erwerbslose Männer und Frauen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dennoch sei die Suche nach gut ausgebildetem Fachpersonal weiterhin ein wichtiges Thema der regionalen Unternehmen. Mit 1763 offenen Arbeitsstellen hat der Personalbedarf im Juni ein neues Hoch erreicht. "Wir agieren entsprechend: Viele Arbeitslose befinden sich zurzeit in Weiterbildungskursen, da zahlreiche Stellen aufgrund fehlender Fachkenntnisse nicht zeitnah besetzt werden können."

Besonders groß ist die Arbeitskräftenachfrage im Produktions- und Fertigungsbereich (576 Stellen), im Bereich Gesundheit und Soziales (299) sowie in der Verkehrs- und Logistikbranche (280). Fachkräfte in der Lagerwirtschaft, Kraftfahrzeugtechniker und Betriebstechniker hatten besonders gute Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden.

Die Arbeitsagentur verfolgt verschiedene Strategien, um dem Fachkräfte-Engpass entgegenzuwirken. Dazu zählt neben der Qualifizierung die Aktivierung der "Stillen Reserve". Am 26. Juli findet ein Fraueninfotag in der Stadthalle Erbendorf statt.

Auch die Beratung von Fachkräften aus dem europäischen Ausland über Stellenangebote in der Region gewinnt zunehmend an Bedeutung. "Die Kollegen der Eures-Beratung und des Welcome Centers Weiden leisten gute Arbeit." So gab es zum Beschäftigtenstand vom Dezember 2015 rund 78 680 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Agenturbezirk, rund 1720 oder 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei hat sich die Zahl der ausländischen Beschäftigten in den letzten fünf Jahren um 3400 auf 5540 erhöht.

766 Menschen ausländischer Herkunft waren im Agenturbezirk arbeitslos gemeldet, 258 Personen mehr als im Juni 2015. Rund 400 davon kommen aus Asylzugangsländern: 200 aus Syrien, 73 aus dem Irak, 30 aus dem Iran. "Das Thema Flüchtlinge kommt verstärkt am Arbeitsmarkt an." Er rechnet mit einem weiteren Anstieg der Gemeldeten, da das Bundesamt für Migration häufig jetzt erst entscheidet und anerkennt.

Insbesondere bei den Arbeitslosen unter 25 Jahre sind viele junge Flüchtlinge zu verzeichnen. Die Beratung und Vermittlung ziele darauf ab, das duale Ausbildungssystem zu vermitteln und dafür zu werben. Erster wichtiger Baustein sei zudem die Vermittlung fehlender Sprachkenntnisse. "Allerdings wird diese Personengruppe vorerst nicht den Fachkräftebedarf decken." Die Vorbereitungen und Maßnahmen, um am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, seien langfristig angelegt.

Rund 500 Jugendliche waren im Juni auf der Suche nach der passenden Lehrstelle. "Die Chancen für junge Menschen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, stehen gut." Etwa 730 Ausbildungsangebote sind noch gemeldet. Unter der kostenfreien Rufnummer 0800/4555500 kann eine Beratung vereinbart werden.

Das Thema Flüchtlinge kommt verstärkt am Arbeitsmarkt an.Thomas Würdinger, Geschäftsführer Arbeitsagentur
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