Arbeitsstunden für den Ärger
Im Wald herumgeballert

"Aus reinem Blödsinn" ballerte ein 20-Jähriger Mitte Februar im Wald auf dem Fischerberg mit einer Schreckschusspistole herum. Pech nur, dass ein Jäger die Polizei alarmierte. Die Beamten stellten den jungen Mann, konfiszierten die "Walther P 22, 9 mm" samt 33 Schuss Munition und erstatteten Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Nun stand der Weidener vor dem Jugendschöffengericht.

Er gestand die Tat freimütig. Er habe auch bereits den Antrag auf einen "kleinen Waffenschein" gestellt gehabt. Dieser sei aber noch nicht erteilt gewesen. Er habe seine 155 Euro teuere Schreckschusswaffe einfach ausprobieren wollen und gedacht, dass es tagsüber niemanden stören würde. Er sei immer schon "technisch interessiert" gewesen, woraus auch eine Vorahndung wegen "Einfuhr explosionsgefährlicher Stoffe" stamme: Als 16-Jähriger hatte er Böller aus Tschechien eingeschmuggelt.

Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Peter Frischholz stellte fest, dass das Schießen eine Ordnungswidrigkeit darstelle, das Mitführen der Waffe ohne den "kleinen Waffenschein" jedoch bereits eine Straftat sei. Zugute hielt Frischholz dem Angeklagten sein umfassendes Geständnis sowie sein umsichtiges Verhalten beim Transport der Pistole. Der junge Mann hatte sie im verschlossenen Waffenkoffer im Kofferraum seines Autos befördert. Gemäß Frischholz' Antrag verurteilte Jugendrichter Otmar Schmid den Hartz-IV-Empfänger zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit bei der Stadt. Die Schreckschusspistole wird vom Landeskriminalamt vernichtet.
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