Auftakt der Lutherzoigl zum Reformationsjubiläum beim "Stich'n"
Regionalbischof an der Theke

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Stell Dir vor, es ist Zoigl und der Bischof kommt. Na und? Er ist in der Kirche und ich beim Zoigl. Doch beim Lutherzoigl ist das anders.

"St. Michael ist das schönste Gotteshaus des Kirchenkreises", lobt Regionalbischof Hans-Martin Weiss. Der Kirchenmann lässt es sich gut gehen. Er sitzt 200 Meter weiter in der Kleinen Zoiglstube "Zum Stich'n" und genießt Leber- und Blutwürste.

Eng ist es. Der Männerverein hatte eingeladen und die Idee von Dekan Wenrich Slenczka zum Lutherzoigl aufgegriffen. Reformatorische Strenge sei das eine, sagte Weiss. "Doch Luther ist nicht Calvin. Gehen Sie aus sich heraus, da werden sie fröhlicher", riet der Regionalbischof. "Wir brauchen auch Lebensfreude." Evangelische Verzagtheit in Bezug auf das eigene Selbstvertrauen habe er in Weiden noch nie erlebt und so sei die Zoiglstube ein guter Ort, das Miteinander zu feiern.

"Banana sei - Beieinander sein", hatte Männervereinsvorsitzender Ulrich Keltsch das in der Begrüßung genannt. "'Du' sagen, ist Pflicht", erklärte er und prompt kam vom kleinen Tisch in der Mitte "Du, Herr Bischof". Der war mittendrin im Geschehen, saß am Kachelofen. Wirtin Petra Keikuth und ihr Team jonglierten Brotzeiten und Krüge am Bischofsknie vorbei zu den Gästen. "Ich sitze und stehe an einer Nahtstelle, an der die Leute vorbeikommen, an der sie etwas wollen und an der sie etwas bekommen", kommentierte Weiß seinen Platz am Durchgang zur Theke. Tatsächlich war es auch symbolisch, für sein Amtsverständnis.

Wer Zitate aus Luthers Tischreden erwartet hatte, der wurde enttäuscht - aber nicht lange. Denn das, was Weiss an Gedanken in die Runde warf war kabarettistisch tiefgründig, mal theologisch anschaulich, feinsinnig und pointenreich.

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/

LutherzoiglNach Oberpfälzer Verständnis war Luthers Ehefrau Katharina von Bora eine Zoiglwirtin. Sie braute eigenes Bier, das zu Tisch an Studenten und andere Gäste des Hauses ausgeschenkt wurde. Eng ist es in der Stube des Reformators zugegangen. Man diskutierte ausgiebig. Vieles ist durch Mitschriften überliefert geblieben und in den sogenannten Tischreden gesammelt. An diese Tradition will Dekan Wenrich Slenczka mit der Reihe Lutherzoigl im Reformationsjahr anknüpfen. Weitere Termine, zu denen auch noch neue dazukommen, finden sich im Internet unter dekanat-weiden-evangelisch.de. (ui)
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