Augustinus-Schüler als Kapitän der deutschen Jugendnationalmannschaft
Physikalische Meisterleistung

Physik-Cracks: (von links) Sören Selbach, Ann-Kathrin Raab, Jonas Landgraf, Carina Kanitz, Fabian Eller. Bild: hfz/Felix Wechsler

Er ist 17, macht Abitur und studiert bereits parallel dazu im fünften Semester. Seit kurzem darf sich Jonas Landgraf, Schüler des Augustinus-Gymnasiums, auch Kapitän der deutschen Jugendnationalmannschaft für Physik nennen.

Herr Landgraf, war Physik schon immer Ihr Lieblingsfach?

Jonas Landgraf: Eigentlich habe ich Physik anfangs nicht so gemocht. Ich wollte immer Mathe studieren. Doch durch Klaus Märker, unseren Physiklehrer, habe ich es dann mit einem Frühstudium in Physik an der Uni Bayreuth versucht.

Mit Erfolg?

Ja, ich bin gerade im fünften Semester. Meine Entscheidung hat sich bisher also gelohnt. Ende April mache ich mein Abitur, und dann brauche ich noch circa ein Jahr für meinen Physik-Bachelor.

Wie kann man sich ein Frühstudium vorstellen?

Ich schreibe ganz normal die Prüfungen an der Uni mit. Die Vorlesungen dazu kann ich zwar meistens nicht besuchen, weil ich zu der Zeit in der Schule bin. Aber wir bringen uns in der Gruppe viel gegenseitig bei oder haben am "Augustinus" nachmittags Extrastunden, in denen der Stoff besprochen wird. Ohne Unterstützung der Schule würde das aber nicht gehen.

Seit kurzem sind Sie auch Kapitän der deutschen Physiknationalmannschaft. Wie kam es dazu?

Ich habe beim Studium einen ehemaligen Teilnehmer des Wettbewerbs kennengelernt. Er meinte, dass die Physiknationalmannschaft etwas für mich sein könnte. Und ja, das habe ich dann ausprobiert. Um in die Mannschaft zu kommen, muss man zwei Aufgaben lösen, für die es noch keine eindeutige Lösung gibt. Den Lösungsvorschlag, für den man ein halbes Jahr Zeit hat, stellt man dann einer Jury vor. Die Jury bewertet den Vorschlag mit Punkten und entscheidet, ob man in die Nationalmannschaft kommt. Da ich bereits zum dritten Mal in die Mannschaft gekommen bin, wurde ich jetzt zum Kapitän ernannt.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich treffe mich in Ulm zur Vorbereitung auf den internationalen Wettbewerb mit meinem Teamkollegen. Wir sind zu fünft im deutschen Team. Fabian Eller, der auch am "Augustinus" Abitur macht, hat es ebenfalls in die Nationalmannschaft geschafft. Am 27. Juni geht es dann nach Russland. In Jekaterinburg vertreten wir Deutschland bei der internationalen Jugendphysikmeisterschaft mit circa 30 Ländern. Und wir hoffen natürlich, dass wir gut abschneiden.

Wir drücken die Daumen. Wissen Sie schon, was Sie nach Ihrem Bachelor-Studium machen wollen?

Ich möchte noch meinen Master an der Uni Bayreuth machen. Danach würde ich gerne an eine größere Uni wie München und dort meinen Doktor machen. Ich würde später gerne in der Forschung arbeiten. Falls das nicht klappt, kann ich mir auch vorstellen, in die Wirtschaft zu gehen. Aber das wird sich noch zeigen.
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