Ausfall des Lumpenballs macht sich bemerkbar
Großes Loch in Narrenkasse

Närrischer Besuch in der Redaktion: Das Prinzenpaar Ilona I. und Christian I. hat die Session - allen Widrigkeiten zum Trotz - genossen. Bilder: Götz (2)
 
Natürlich ist es wichtiger, dass die Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben.

Die Rechnung ging nicht auf. "Beim Lumpenball 2016 wird die Hütte voll", versprach Narrhalla-Präsident Gerhard Ertl am Rosenmontag 2015. Die "Isartaler Hexen" sollten's richten. Doch es kam anders als geplant.

Die Mehrzweckhalle ist mit Flüchtlingen besetzt. Der Lumpenball musste abgesagt werden. "Natürlich ist es wichtiger, dass die Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben", zeigt Gerhard Ertl Verständnis für die Zwänge der Politik. Doch den Verein kommt das teuer zu stehen. "Wir machen heuer auf jeden Fall einen Riesenverlust." Knapp 6000 Euro muss die Narrhalla für den Ausfall der "Hexen" berappen, erzählt er beim traditionellen Rosenmontagsbesuch im Medienhaus "Der neue Tag". Jetzt hofft der Präsident auf ein Einsehen der Politiker. "Wir müssen mit der Stadt reden, werden unser Defizit im Finanzausschuss geltend machen." Ertls Hoffnung: "Vielleicht lässt sich das Geld über die Regierung wieder holen."

An Solidaritätsbekundungen anderer Faschingsgesellschaften fehlt's jedenfalls nicht. "Euch hat's ganz schön erwischt", bekam Gerhard Ertl von mehreren Kollegen aus dem Landkreis zu hören. Doch die Narrhalla hat nach seinen Worten auch "Schwein gehabt": Mit dem Kinderfasching am Sonntag. "Weil die Max-Reger-Halle noch frei war" und nach langen Gesprächen mit Wirt Hans-Rudolph Hüttl einigermaßen akzeptable Preise eingeräumt wurden.

Kinderfasching ein Erfolg


"Die Halle war voll." Es wurden sogar noch Tische und Stühle nachgeholt, um allen Gästen Platz zu bieten. "Da hat der Oberbürgermeister geschaut", sagt Ertl. Kurt Seggewiß sei am Sonntag den ganzen Tag dabei gewesen und habe die Begeisterung der Kinder erlebt. Ohne den Kinderfasching wäre nochmal ein großes Eck weggebrochen - und ein Riesenvergnügen für die Kleinen. So aber hätten sogar Flüchtlingsfamilien mitgefeiert. "Ganz ohne Probleme. Die waren gut dabei." Sie seien auch zum bunten Treiben am Oberen Markt am heutigen Faschingsdienstag herzlich eingeladen.

Regelrecht begeistert zeigt sich der Weidener Narrenchef auch vom Weiberfasching im "Atemlos", initiiert von den Gardemädels, die dort als Bedienungen antanzten. "Über 400 Leute. Das war der Hammer. Die Tanzfläche war laufend voll. Da ist auch was hängengeblieben." Kein Wunder, dass die Narrhalla das 2017 wiederholen will. "Wenn wir dürfen, auf jeden Fall", sagt Prinzessin Ilona I. sofort.

Was war der schönste Termin für sie und ihren Prinzgemahl? "Das Prinzenpaartreffen in Vohenstrauß", antwortet Christian I. wie aus der Pistole geschossen. "Das war gut organisiert, rundum gelungen, man hat viele Leute kennengelernt" und - nebenbei bemerkt - hat das Weidener Prinzenpaar dort den ersten Preis abgesahnt.

Und wie steht es 2017 um den Lumpenball? In der traditionellen Form wird es ihn wohl nicht mehr geben, kündigt Ertl an. Auch das evangelische Vereinsheim sei nicht mehr billig zu haben. "Dazu kommen Catering und Bedienung. Da müssen wir das Konzept ändern." Schon in den nächsten Wochen werde die Entscheidung fallen. "Damit wir wissen, ob wir den ,Breznsalzern' eine Zu- oder Absage erteilen müssen."

Ämter werden neu besetzt


Neuerungen stehen auch bei den Neuwahlen am 8. April an. Finanzminister Matthias Stumpf, der sein Amt aus beruflichen Gründen abgetreten hat, wird dann offiziell abgelöst. Für den Posten kandidiert Christian Würdinger - derzeit noch Prinz. Auch Techniker Andreas Spitzer muss sein Amt aus beruflichen Gründen aufgeben. "Für die Prinzengarde wird immer Nachschub gesucht", wirbt Schriftführerin Ilona Ertl. Ganz anders sieht es da bei der Kindergarde aus. Gerhard Ertl: "Allein beim Kinderfasching hatten wir zehn Anfragen wegen Probetraining."
Natürlich ist es wichtiger, dass die Flüchtlinge ein Dach über dem Kopf haben.Gerhard Ertl, Narrhalla-Präsident
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