Bachelor-Arbeit zu Gesundheitsmanagement vorgestellt
Thema Gesundheit krankt noch

Auch Treppensteigen ist ein Beitrag zur Gesunderhaltung des Körpers, sagen die Gesprächspartner bei der Vorstellung der Bachelor-Arbeit über das betriebliche Gesundheitsmanagement in kleineren und mittleren Betrieben und machen es gleich selbst (von links): Zukunftscoachin Roswitha Ruidisch, die Autorin der Bachelor-Arbeit, Jasmin Schmeilzl, Rechtsdezernent Hermann Hubmann und Susanne Reinhard, Projektmanagerin und Mitarbeiterin im Rechtsreferat der Stadt Weiden. Bild: sbü

Der Ausbau des Gesundheitsmanagements in den Betrieben (BGM) ist ein Vorschlag aus dem Demografie-Konzept Weidens. Um darüber nähere Informationen zu erhalten, unterstützte die Stadt eine Bachelorarbeit. Nun stellte die Autorin das Ergebnis vor. Es ist ernüchternd.

Fast alle großen Betriebe widmen dem Thema Gesundheitsmanagement große Aufmerksamkeit. In Zeiten des wachsenden Fachkräftemangels sind gesunde Mitarbeiter zum wichtigen Produktionsfaktor geworden. Alle Krankenkassen widmen sich seit Jahren schon diesem Thema und haben dafür Beratungs- und Servicedienste eingerichtet.

Wenig Informationen


Auch im Demografie-Konzept der Stadt Weiden gehört die "nachhaltige Förderung der Gesundheit der Arbeitnehmer durch die Unternehmen" zu den wichtigsten Handlungsempfehlungen. Wenig gesicherte Informationen lagen bisher allerdings über Gesundheitsvorsorge in Klein- und Mittelbetrieben (KMU) vor.

Mit Unterstützung der Stadt hat sich die Weidener Studentin Jasmin Schmeilzl in ihrer Bachelor-Arbeit an der Evangelischen Hochschule mit diesem Sachverhalt näher befasst. "Sensibilität für Betriebliches Gesundheitsmanagement in mittelständischen Unternehmen" lautet das Thema der Arbeit. Gemeinsam mit Rechtsdezernent Hermann Hubmann und Zukunftscoachin Roswitha Ruidisch sowie Projektmanagerin Susanne Reinhardt stellte sie jetzt die Ergebnisse vor.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Fragen nach Art und Umfang gesundheitsfördernder Maßnahmen von Klein-und Mittelbetrieben. Gefragt wurden Unternehmen aus der Region, unter anderem danach, welches Verständnis sie von betrieblichem Gesundheitsmanagement haben und ob sie über das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention Bescheid wüssten.

Zusammenfassend stellte die Bachelor-Studentin bei der Vorstellung ihrer Arbeit fest, dass "Betriebliches Gesundheitsmanagement in KMU-Betrieben wenig ausgeprägt ist und sich meistens auf gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen beschränkt". Nur vier Betriebe waren überhaupt zur Auskunft bereit. In diesen Betrieben sind Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge sehr unterschiedlich ausgeprägt. Von einer Ausnahme abgesehen fehlen körperliche und psychische Hilfestellungen weitgehend. Ähnliches gelte auch für Verhaltensthemen wie zum Beispiel Stressbewältigung.

Belegschaften altern


Die Autorin erachtet deshalb "die Notwendigkeit weiterer Sensibilisierung von Betrieben als dringlich, zumal die Belegschaften von Tag zu Tag weiter altern". Rechtsdezernent Hubmann stellte dazu fest: "KMU-Betriebe fragen noch viel zu häufig danach, wie sich das alles auszahlt." Sie erkennen deshalb zu wenig die tatsächlichen Zusammenhänge von Krankenstand und Mitarbeiterfluktuation. "Für uns gibt diese Arbeit Hinweise, etwas dafür zu tun."

Maßnahmen der Stadt


Hubmann weist auch auf das seit dem Jahre 2013 eingeführte BGM der Stadt Weiden hin. Schwerpunkte seien "individuelle Einzelmaßnahmen, Qualifizierung von Führungskräften und Mitarbeiterinnen sowie Einzelprojekte wie Gesundheitstage, Kursangebote und/oder Aktionstage in Kooperation mit den Krankenkassen". Für 2016 sind Ausbildungen zum Brandschutzhelfer vorgesehen, Rückenschule und Fehlzeitenanalyse. Auch die Teilnahme städtischer Bediensteter am Nofi-Lauf wurde gefördert.
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