Band „Sixty Six“ gibt am Freitag, 25. November, Jubiläumskonzert
Sieben Musiker kehren zurück in 60er

Die Band "Sixty Six" in Neubesetzung: (von links) Peter Steigner, Simone Lindner, Gerd Kincl, Raimund Betz, Heinz Kraus, Roland Band und Nadine Hagelstein. Bild: uz

Los ging's eigentlich mit einem Schifferklavier, das ihm sein Vater gekauft hatte. Heinz Kraus war damals ein Knirps von zwölf Jahren. Heute ist das Gründungsmitglied der Cover-Rock-Band "SixtySix" 65 und erinnert sich: "Das hat meinem Vater mehr als einen Monatslohn gekostet." Zwei Jahre lang hat er daheim fleißig mit einem Privatlehrer geübt.

"Dann habe ich das erste Mal die Beatles gehört und mir war sofort klar: Ein Schifferklavier brauchst du jetzt nicht mehr." Eine Gitarre musste her. Und das Spielen hat er sich selber beigebracht. Irgendwann überlegte er mit Kumpel Gerd Kincl, der den Bass zupfte, ob man nicht eine gemeinsame Band gründen wolle: die "Quotation". Sie starteten mit einem Equipment, keinem billigen, aber trotzdem einem, das man heute nicht mehr benutzt, und allerbester Musik. "1970 waren wir sogar Vorgruppe der Rattles im Vereinshaus." Irgendwann ging es nicht mehr. Die Jungs wurden wehrpflicht- und berufsbedingt in alle Winde verstreut. Es folgte eine längere Pause.

Benannt nach Route 66


1986 wollten es dann Kraus und Kincl noch einmal wissen. Im Gitarristen Peter Steigner fanden sie einen Verbündeten. Nun ging es darum, einen Bandnamen zu finden. "Unsere Musik spielt hauptsächlich in den Sechzigern. Und dann gibt es noch diese Route 66." Alle drei waren sich einig: Mit "SixtySix" ohne Zusatzschnörkel läge man richtig.

In ihrer 30jährigen Geschichte hatte die Band einige Musiker, die heute nicht mehr dabei sind. 1991 stieß Raimund Betz dazu, der in Pirker Kirchenkreisen über seinen Vater zur Musik gefunden hat. "Meine Favoriten waren Deep Purple und Bob Dylan." Leider ließ sich mit diesem Sound kein Geld verdienen, weshalb Betz auf die weiche Welle griff, Partymusik machte und auf Hochzeiten und anderen Feiern spielte. Bei "SixtySix" fand er Seelenverwandte.

Roland Band komplettierte als Keyboarder die Band 2014. Simone Lindner und Nadine Hagelstein ergänzen die Gruppe mit Gesang. Natürlich erlebte die Band in den letzten 30 Jahren auch einige Kuriositäten. Kraus erinnert sich an einen Gig in Vilseck. "Das Lokal war voll bis unters Dach. Leider hat der Besitzer, der uns anheuerte vergessen, dass wir auch noch kommen würden." "SixtySix" mussten in einen Nebenraum ausweichen, bauten dort ihre Geräte auf und beschallten von dort aus den Saal ohne Publikumskontakt. "Die Leute hörten uns nur."

In Flammen


Ein andermal spielte die Band in Waidhaus eines ihrer Nikolaus-Konzerte. Eine Besucherin tanzte so ausgelassen in der Nähe der Kerzen, dass sie nicht mal mitbekam, als ihre Haare in Flammen standen. "Ihr Begleiter musste löschen. Den ganzen Abend lang stank der Saal nach verbranntem Haar." Nicht ganz so feurig, aber ebenso stark wollen die Sieben am 25. November ihr 30-jähriges Bandjubiläum in der Waldgaststätte Strehl feiern.

Sie wollen ihre Fans nach fast zweijähriger Pause wieder in die 60er zurückversetzen. In ihrem Live-Programm spielen sie die großen Hits von den Beatles über CCR bis Bette Midler. Ein wildes "Come together" aus "Proud Mary", "Honky Tonk Women", "Wild Thing" und "Beast of Burdon". Alles handgemacht.

Beim eintrittfreien SixtySix-Konzert werden Spenden gesammelt, die rechtzeitig vor Weihnachten zu 100 Prozent an die "Kinderkrebshilfe" gehen.

Dann habe ich das erste Mal die Beatles gehört und mir war sofort klar: Ein Schifferklavier brauchst du jetzt nicht mehr.Heinz Kraus
Weitere Beiträge zu den Themen: Gerd Kincl (2)OnlineFirst (12902)Sixty Six (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.