Bauernmarkt-Betreiber protestieren gegen Pläne der Stadt
Alptraum Christbaum

Der simulierte Weihnachtsbaum: Teilnehmer des Bauernmarktes zeigen am Samstag mit einem Nachbau, dass der geplante Ausweichstandort alles andere als ideal ist. Bild: Kunz

Der Weidener Christbaum als Bauernposse? Steht er nur im Weg? Die Betreiber des Bauernmarkts protestieren gegen die Pläne für einen neuen Standort: mit einem Nachbau aus Latten und Palmenblättern.

Die nicht ganz maßstabgerechte Baumsimulation sollte am Samstag verdeutlichen, wie unsinnig der städtische Vorschlag ist. Der besagt, das Nadelgehölz heuer einige Meter weiter nach Südosten zu verlegen. Dorthin, wo der Baum früher einmal stand. Dorthin, wo jetzt Verkaufsstände sind.

Wie berichtet, wurde wegen neuer Sicherheitsbestimmungen (es gab Unfälle in Bayern) eine neue, sichere Halterung in den Boden gelassen. Die Vorrichtung kostete die Stadt einen fünfstelligen Betrag. Wie sich hinterher herausstellte, passt aber in diese Vorrichtung nur der Maibaum. Die Befestigung des Christbaums sei zwar ebenfalls möglich, hieß es am Samstag. Aber wegen des hohen Unterbaus aus Metall nur dann, wenn man ihm bis etwa Mannshöhe die Äste absägen würde. Schön wäre er dann wohl nicht mehr.

Baum als Blockade


Andererseits wollen sich die Marktkaufleute mit einer Standortverlegung nicht abfinden. Sie befürchten Umsatzeinbußen. Alle Stände zwischen Christbaum und Unterem Tor wären für die Dauer der Weihnachtszeit vom Kundenstrom abgeschnitten. Betroffen wären fünf Stände, die wegen des Christkindlmarkts wie bisher ein paar Meter Richtung Unteres Tor rücken müssten, aber wegen des "umgepflanzten" Christbaums von der Sicht her massiv beeinträchtigt würden. Bauernmarkt-Vereinsvorsitzender Josef Wittmann aus Pleystein glaubt, dass die Besucher im Christbaum das Ende des Marktes vermuten könnten. Zulasten seiner Kollegen, die "ja auch einiges an Marktgebühren" zahlten.

Deshalb wollten die betroffenen Landwirte mit ihrer Aktion die Dimension des Christbaums - "er hat unten einen Durchmesser von 4,5 Metern und ist 10 Meter hoch" - schon mal simulieren. Waren die Marktleute noch am Mittwoch noch vor vollendete Tatsachen gestellt worden, geriet während der Aktion endlich Bewegung in die Sache: Mehrere Verantwortliche der Stadt kamen ebenso zufällig wie privat vorbei - und hatten doch Lösungsvorschläge parat. "Wir vergessen den Christbaum nicht", sagte ein Vertreter des Tiefbauamtes. Seiner Ansicht nach könnte der Weihnachtsbaum ohne weiteres - allerdings ohne Bewuchs im unteren Bereich - in den Maibaum-Ständer eingelassen werden. Aber viel besser wäre es doch, eine zweite Vorrichtung nur für den Christbaum in Auftrag zu geben. Leider dränge die Zeit. Denn die Maibaum-Halterung müsse noch vier Wochen lang zur Stabilisierung in der Bodenplatte festgeschraubt bleiben, bis der Beton ausgehärtet sei.

Nochmal bohren


Einen wesentlich kostengünstigeren und durchaus lösbaren Ansatz brachte ein Straßenbaumeister der Stadt ins Spiel: Er schlug eine Kernbohrung gleich neben der Halterung für den Maibaum vor. In die könne dann eine Metallhülse mit rund 25 Zentimetern Durchmesser eingelassen werden, die locker einen zehn Meter hohen Christbaum stützen würde. Ein Vorschlag, der auch den Landwirten gefiel.
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