Bayerische Burger und Biergarten
Neuer Glanz für die Allee

Die beiden Bögen sind charakteristisch für das ehemalige "Bräustüberl". In dem Haus von Harald und Stefanie Rippl wird Christian Hartl (von links) künftig bayerisch angehauchte Burger und moderne Biere servieren. Wenn alles klappt, wird das "Max und Muh" bereits zum 1. April eröffnen. Bild: Porsche

Das neue "Bräustüberl" als Magnet für weitere Cafés und Lokale auf der Allee. Und damit auf lange Sicht die Rückkehr zu den Glanzzeiten der ehemaligen Weidener Flaniermeile. Das ist die Vision von Harald und Stefanie Rippl.

Mit dem "Max und Muh" Weiden - so wird das traditionsreiche Wirtshaus künftig heißen - wollen sie den Startschuss geben, tatkräftig unterstützt von Christian Hartl. Der System-Gastronom (47) aus Eggenfelden sagte allerdings erst Ja zu dem Geschäft, als die für ihn wichtigste Voraussetzung erfüllt war. Und die dürfte viele verblüffen. Das ehemalige "Bräustüberl" wird künftig einen Biergarten erhalten: mitten auf der Allee, schräg gegenüber der Josefskirche.

Kastanien und Hecke


Natürlich nicht auf der Fahrbahn, sondern auf einem rund 40 Quadratmeter großen Gelände vor dem Haupteingang des Lokals und links vor der Einfahrt zur Tiefgarage. Zwei Kastanienbäume und eine Hecke sollen das derzeit noch recht triste Areal begrünen und eingrenzen. Sonnenschirme werden im Sommer für schattige Plätzchen sorgen. "Hier lässt sich das Treiben auf der Allee gut beobachten", schwärmt Harald Rippl. "Ich bin froh, dass die Stadt so mitgezogen hat."

Eingefädelt hat das Geschäft - sprich: den Kauf des Hauses an der Ecke Türlgasse/Bürgermeister-Prechtl-Straße - noch sein inzwischen verstorbener Vater, der Margareta Blatt gut gekannt hatte. Harald und Stefanie Rippl machten den Handel dann perfekt. Ursprünglich wollten sie das Wirtshaus im gutbürgerlich bayerischen Stil weiterbetreiben. Doch schnell wurde klar: "Margareta Blatt und ihr Mann haben das Gasthaus 32 Jahre lang so hervorragend betrieben, dass ein Nachfolger dem Vergleich schwer standhalten kann." Die Konsequenz: Ihr neuer Pächter schwimmt auf einer neuen Linie. Burger, stark bayerisch angehaucht (z. B. Alpenburger mit Heumilchkäse), mit frischem Fleisch und Zutaten aus der Region. Dazu gibt es moderne, handgemachte Biere wie Pale Ale oder Stout. Ein Konzept, das in Christian Hartls Lokalen in Regensburg und Passau bestens aufgeht.

Im ehemaligen "Bräustüberl" hält das Burger-Gasthaus Einzug. Das frühere "Kaiser-Eck" wird zur Bar umfunktioniert, die etwas länger auf hat für die Nachtschwärmer. Der Saal im ersten Stock bleibt vorerst ungenutzt. Daneben und im zweiten Stock werden derzeit drei großzügige Wohnungen auf Vordermann gebracht. Bei den Renovierungsarbeiten hält Stefanie Rippl als Architektin die Fäden in der Hand. Um das traditionelle Ambiente im Lokal nicht zu sehr zu verändern, bleibt die Holzvertäfelung erhalten. Die Wände werden weiß gestrichen. Sie bieten viel Platz für Fotos und Berichte aus der langen Geschichte des Wirtshauses, wirbt das Trio um Bilder und Berichte von Vereinen und Stammgästen, die im "Bräustüberl" ihr Domizil hatten. Wer etwas dazu beisteuern will, kann sich bei Christian Hartl melden unter Telefon 08721/1260640 oder per E-Mail: ch@maxundmuh.de

Wer weiß, wer nachzieht


"Jetzt ist das noch eine 2b-Lage", räumt Harald Rippl ein. "Aber das war der Untere Markt vor 15 Jahren auch." "Es muss nur einer den Anfang machen", fügt Ehefrau Stefanie hinzu. Beide setzten darauf, dass das eine oder andere Lokal oder Café nachziehen wird. Stefanie Rippl: "Dann hätte die Allee ihre frühere Anziehungskraft zurück."

Traditionsreiche GeschichteDie traditionsreiche Geschichte des "Bräustüberls" hat Stadtarchivarin Petra Vorsatz erforscht. Die erste bekannte Konzession zum Betrieb eines Kaffeehauses mit Ausschank von Flaschenbier, Wein und Spirituosen erhielt Matthias Höllerer am 23. Februar 1928. Er nannte sein Lokal "Café Vaterland" und dehnte sein Geschäft noch im Juli 1928 "auf die im Erdgeschoß befindliche Weinstube/Eckzimmer" und den Ausschank von Fassbier aus. Nach dem Tod ihres Mannes im März 1934 betrieb Maria Höllerer das Café und erweiterte es zwei Jahre später um "das neben der Weindiele gegen die Türlgasse zu gelegene Zimmer". Diese Weinstube wurde allerdings schon 1941 wieder geschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mutierte das beschlagnahmte Café kurzzeitig zum Clubraum der Amerikaner. Bis es Otto Schäffer, der Sohn von Maria Höllerer, 1948 nach der Freigabe durch die Amerikaner übernahm. 1951 erwarb Alois Ponnath das "Vaterland". 1965 - unter dem Pächter Helmut Blatt - erfolgte die Erweiterung zur Gastwirtschaft. Dessen Sohn Manfred erwarb später das Anwesen, in dem er jahrzehntelang mit seiner Frau Margareta das "Bräustüberl" betrieb. (ps)
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