Bayerischer Sportschützenbund weist Vorwürfe zur Bleibelastung vehement zurück
Verband schießt zurück

Sportschützen in Gesundheitsgefahr durch Bleibelastung? Der bayerische Verband schießt gegen die Vorwürfe zurück. Archivbild: dpa

Weiden/München. Hohe Wellen schlägt eine Untersuchung des Klinikums der Universität München, nach der Sportschützen oft stark mit dem giftigen Schwermetall Blei belastet sind (wir berichteten). Die Forscher haben bei Kleinkaliber- und Großkaliber-Schützen Mittelwerte von 114 bis 136 Mikrogramm Blei pro Liter Blut gemessen. Einzelne Probanden erreichten sogar Spitzenwerte von rund 500 Mikrogramm Blei pro Liter Blut. Normal ist ein Wert bis 30.

Regionale Schützen verweisen bei Anfragen auf den Bayerischen Sportschützenbund in München. Geschäftsführer Alexander Heidel teilt am Donnerstag unserer Zeitung mit, dass sich aus den Studien kein Zusammenhang zwischen Ausübung des Schießsports und höheren Bleibelastungen der Schützen im Vergleich zu Nichtschützen ableiten lasse. Es herrsche großer Unmut über die Berichterstattung zu dem Thema. In der Oberpfalz gibt es nach seinen Angaben rund 60 000 aktive Schützen. Etwa ein Viertel seien Jungschützen (unter 27 Jahre alt).

Heidel kritisierte die Daten, die zu "widersprüchlichen Ergebnissen" kommen würden. Es mangele bei der Betrachtung vor allem erwachsener Schützen an einer Kontrollgruppe. Die neuen Vorschriften zu Lüftungsanlagen in geschlossenen Schießstätten trügen dem Schutz der Sportler bereits Rechnung, so Heidel. Würden diese beachtet, bestehe keine Gefahr. Der Geschäftsführer verweist darauf, dass die bei jugendlichen Druckluftwaffenschützen gemessenen, aber gesundheitlich unbedenklichen Bleikonzentrationen aus dem regelmäßigen Schießsport, bei den Nichtschützen aus ihrem Lebenswandel (Ernährung, Genussmittelkonsum) resultieren würden. In dem an jeden teilnehmenden Schützen verteilten Fragebogen seien "jedenfalls keine Fragen zu Ernährung oder Genussmittelkonsum gestellt worden". Warum allerdings bei den Sportschützen der Lebenswandel keinen Einfluss auf deren Bleikonzentration haben solle, "bleibe das Geheimnis der Verfasser" der Studie. "Die Schützen sind geschult, sie halten die Vorsichtsmaßnahmen ein", ist Heidel überzeugt. Im Jahr 2012 seien die Vorschriften für Lüftungsanlagen in Raumschießanlagen erneut verschärft worden. Stand der Technik seien seitdem Verdrängungslüftungsanlagen mit Strömungsgeschwindigkeiten von mindestens 0,25 Meter pro Sekunde.

Hygiene wichtig


Hierdurch werde sichergestellt, dass die durch das Schießen entstehenden Immissionen aus dem Atembereich des Schützen weggeblasen und am Ende der Schießbahn abgesaugt werden. Darüber hinaus seien strenge Anforderungen an die persönliche Hygiene und für das Reinigen von Schießständen zu beachten.
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