Beanery-Betreiber hoffen weiter auf zusätzliche Außensitze
Noch nicht abgeschrieben

In der Beanery hat Sabine Ingendorf derzeit eine Menge zu tun. Offen ist, wie es nach einem Umzug des Cafés an den Oberen Markt wäre. Noch hofft die Geschäftsführerin, die Erlaubnis für zusätzliche Außenbestuhlung doch zu bekommen. Bild: Götz

Der Bauausschuss sah es anders. Trotzdem gibt die Chefin des Beanery die Hoffnung auf mehrere Außensitze am Oberen Markt nicht auf. Schließlich, sagt sie, habe sie gute Argumente.

Saukalt ist's an diesem Montagvormittag. Und proppenvoll. Auch bei grauslichen Temperaturen sind fast alle Außensitze der Beanery am Unteren Markt besetzt. Wie so oft. Und wie das in dieser Form vielleicht bald nicht mehr möglich sein wird. Vielleicht, wohlgemerkt. Denn Geschäftsführerin Sabine Ingendorf will den Beschluss des Bauausschusses nicht einfach so stehen lassen.

Wirtschaftlich schwierig


Wie berichtet, hat das Café für nächsten Sommer den Umzug in die früheren Räume der Galerie Recknagel am Oberen Markt ins Auge gefasst. Einen Antrag auf weitere Außenbestuhlung dort lehnte der Ausschuss aber ab. Lediglich ein schmaler Streifen entlang der Fassade bliebe, Platz für vielleicht ein Dutzend Personen. Wirtschaftlich wäre das sehr schwierig, sagt Ingendorf. "Wir machen unser Geschäft hauptsächlich im Sommer." Sprich: draußen.

Gleichzeitig verweist die 50-Jährige auf den Status der Beanery. Beleg: die vielen Unterschriften für den Erhalt, die Gäste Anfang des Jahres zusammentrugen, als die Zukunft des Cafés schon einmal ungewiss schien. "Deswegen muss man da schon etwas Positiveres sehen als nur die Kommerzialisierung des Oberen Marktes." Ingendorf spielt damit auf eines der Argumente gegen die Außenbestuhlung an, wonach der Platz irgendwann nur etwas für zahlende Kunden wäre.

Genauso wenig will sie den Einwand gelten lassen, dass zu viele Sitze das historische Ensemble verschandeln. Jeder schwärme doch vor allem vom italienischen Flair der Innenstadt, hält sie dagegen. Und der entstehe nunmal vor allem durch Freiluftgastronomie, die es auch auf dem Oberen Markt ohnehin schon gebe. Die Stühle ließen sich zudem ja auch wegräumen bei Veranstaltungen - so wie das auf der anderen Seite während des Wochenmarkts auch schon problemlos funktioniere.

Überhaupt: Wenn manche sich um den von Geschäften geprägten Charakter des Oberen Markts sorgen, könne sie auch das nicht ganz verstehen: Für die Ex-Galerie-Räume habe sich schließlich kein neuer Einzelhändler gefunden. Sie dagegen könnte neben dem Café auch ihren "Schoko.laden" dort ansiedeln, ergänzt vielleicht einmal um eine Rösterei. Das wäre doch genau in diesem Sinne, sagt Ingendorf.

Umgekehrt sei es auch keine Option, in eine der Seitengassen auszuweichen. Dort seien der Lärmschutz strenger und Außenbestuhlung noch schwieriger. Für sie seien die Galerie-Räume deshalb weiter erste Wahl. Zumal sie am Ende doch noch auf ein Umdenken hoffe: "Man kann ja so einen Antrag noch einmal stellen."
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Wolfgang Göldner aus Weiden in der Oberpfalz | 20.09.2016 | 09:54  
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