Behinderte auf Arbeitsmarkt integrieren
Aktionsstände am Christkindlmarkt: für Inklusion am Arbeitsmarkt

Experten des Projektteams von "Wirtschaft inklusiv" und der Arbeitsagentur unter Leitung von Agenturchef Thomas Würdinger (Zweiter von links) informierten mit Alexander Grundler, Behindertenbeauftragter der Stadt Weiden (Dritter von links), über die Integration von Behinderten in das Erwerbsleben. Bild: sbü

Was in den Räumen der Witt-Gruppe begonnen hatte, endete auf dem Weidener Christkindlmarkt. Eine Woche lang wurde intensiv für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung geworben. Der Abschluss der bundesweiten Aktionswoche fand in vorweihnachtlicher Umgebung statt. Dort sollten sich die Herzen der Arbeitgeber leichter öffnen lassen.

"Kompliment für Weiden: Hier ist die Aktionswoche für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf besonders große Resonanz gestoßen", sagte Philipp Pfadenhauer, Sprecher des Projektes "Wirtschaft inklusiv". Plakate und "Roll-up" mussten zwar wegen Regens in die Durchgänge des Rathauses verlegt werden. Vielleicht sind auch etwas weniger der eingeladenen Arbeitgeber gekommen. Diejenigen, die der Einladung folgten, wurden ausführlich von einem hochkompetenten Team über Fördermöglichkeiten informiert.

Noch immer Vorurteile


Mit dabei waren neben den Integrationslotsen und Betriebsberatern von "Wirtschaft inklusiv" auch Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger und seine Mitarbeiter, Gerald Igl als Vertreter des Integrationsfachdienstes, sowie der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden, Alexander Grundler. Nach wie vor sei es notwendig, Vorurteilen gegenüber der Einstellung von Behinderten entgegenzutreten, betont Klaus Gredinger, Teamleiter des Arbeitgeberteams der Agentur für Arbeit Weiden. Vor allem dieses, "dass man sich nicht mehr von ihnen trennen kann".

Dass sich für Arbeitgeber die Beschäftigung von Behinderten "rechne", erklären die Projektvertreter von "Wirtschaft inklusiv". Dieses Projekt wurde von "Arbeitgebern für Arbeitgeber" entwickelt, um Betriebe für die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung zu gewinnen. Die Behinderung habe auf einem behinderungsgerechten Arbeitsplatz keinerlei Einfluss auf die Arbeitsleistung, ist die Kernaussage der Integrationslotsen von "Wirtschaft inklusiv".

Wie ein solcher Arbeitsplatz geschaffen werden kann und welche finanziellen Hilfen zur Verfügung stehen, wurde dann ausführlich erklärt. Zunächst gibt es die Lohnkostenförderung in Form von Eingliederungs- oder Beschäftigungszuschüssen nach den Sozialgesetzbüchern II und III. Daneben kann das Integrationsamt für Investitionskosten Darlehen oder Zuschüsse gewähren. Der technische Berater der Arbeitsagentur hilft, die Arbeitsumgebung behinderungsgerecht zu gestalten. Und sollte es tatsächlich einmal zu einer Minderleistung kommen, gibt es die Hilfen im Rahmen des Minderleistungsausgleichs. Daneben gibt es das Präventionsverfahren, bei dem das Integrationsamt mit dem Arbeitgeber bei Schwierigkeiten im Arbeitsverhältnis eine Lösung findet.

Es besteht Nachholbedarf


Kein Thema war die Ausgleichsabgabe, die Unternehmen zahlen müssen, wenn sie ihre Pflichtquote nicht erfüllen. Die Experten wollten die Betriebe mit anderen Argumenten überzeugen. Dass erheblicher Nachholbedarf besteht, deutete kürzlich MdB Astrid Freudenstein, Mitglied des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, an: Jeder vierte Betrieb mit 20 oder mehr Arbeitnehmern beschäftigt überhaupt keine Schwerbehinderten.
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