Bei beruflicher Eingliederung tut sich etwas
Chancen für Schwerbehinderte

Arbeitsvermittlerin Regina Ram (zusammen mit Teamleiter Christian Hofmann) berät seit vielen Jahren ausschließlich Schwerbehinderte und Rehabilitanden. Bild: sbü

Seit Jahren steht die berufliche Eingliederung von Schwerbehinderten weit oben auf der Prioritätenliste der Sozialpolitiker. Mit zahlreichen Projekten und Aktionen wird an Arbeitgeber appelliert, Schwerbehinderten eine Chance zu geben. Allmählich zeichnen sich Erfolge ab.

"Es wird sehr langsam, aber kontinuierlich besser", kommentiert Regina Ram, Arbeitsvermittlerin für Schwerbehinderte und Rehabilitanden der Arbeitsagentur Weiden. Sie kann bei leicht sinkenden Arbeitslosenzahlen parallel auf eine deutlich zunehmende Zahl von Arbeitsplätzen verweisen, die mit Schwerbehinderten besetzt sind. Eine jetzt veröffentlichte Statistik betrifft Betriebe mit über 20 Beschäftigten in Weiden sowie den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth. Die Zahlen werden nach einer 15-monatigen Wartezeit veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen 2010 bis 2014.

Danach ist in Weiden die Zahl der mit Schwerbehinderten besetzten Pflichtarbeitsplätze von 938 auf 1093 angewachsen. 330 Pflichtplätze sind unbesetzt oder anderweitig besetzt. Damit sind in Weiden 4,3 Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzt (vor vier Jahren 3,7 Prozent). Eine ähnliche Entwicklung vollzog sich in den Landkreisen Neustadt (Steigerung von 425 auf 565) und Tirschenreuth (von 392 auf 414). Bei den öffentlichen Arbeitgebern wurde die Pflichtquote von 5,0 Prozent im Durchschnitt deutlich übertroffen, während die privaten Arbeitgeber im Regelfall auf dem Niveau von 4,0 Prozent liegen.

Die Arbeitslosigkeit unter Schwerbehinderten ist nur sehr geringfügig gesunken. "Schwerbehinderte partizipieren nicht wie andere Arbeitslose am konjunkturellen Aufschwung", konstatiert Christian Hofmann, zuständiger Teamleiter bei der Weidener Arbeitsagentur. 523 arbeitslose Schwerbehinderte gibt es derzeit in seinem Zuständigkeitsbereich. Das sind gut 10 Prozent aller Arbeitslosen. Erst in jüngster Zeit ging diese Zahl zurück, zum Beispiel im Mai dieses Jahres um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vorher stagnierte dieser Wert seit Jahren weitgehend.

"Es gibt also noch viel zu tun." Erneut richten sie den Appell an Arbeitgeber, Schwerbehinderte unter den Bewerbern öfters zu berücksichtigen. "Warum soll ein gehbehinderter Arbeitnehmer an einem Bildschirmarbeitsplatz weniger leisten als ein anderer?" Die Arbeitsvermittler kämpfen immer wieder gegen Barrieren im Kopf. Hartnäckig hält sich die Meinung, Schwerbehinderte könne man nicht kündigen. Erstens gebe es 6 Monate Probezeit. Zweitens verliefen über 80 Prozent aller Kündigungen von Schwerbehinderten völlig problemlos, sagt Hofmann.

Der "typische Schwerbehinderte" sei nicht der Rollstuhlfahrer, sondern viel eher der genesene Krebspatient. Rund 60 Prozent der arbeitslosen Schwerbehinderten verfügten über eine abgeschlossene Berufsausbildung. "Wir bieten für Arbeitgeber Hilfen aus einer Hand." Kontakt zu Arbeitsvermittlerin Ram unter 0961/4 092 648. Alternativ Arbeitgeberservice: 0961/4 093 500.
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