Bei Neuorientierung helfen viele Anlaufstellen – Verkürzte Ausbildungsdauer möglich
Lehre statt Studium

Praxis statt Theorie: Wer das Studium abbricht, kann unter Umständen bereits erworbene Credit Points für die Meisterfortbildung angerechnet bekommen. Bild: dpa/Daniel Maurer
Wer sein Studium abbrechen und stattdessen eine Lehre aufnehmen will, kann sich an die Hochschulen wenden. „An vielen Orten gibt es mittlerweile spezielle Beratungsangebote für Studienaussteiger“, sagt Alexander Legowski vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. Ziel sei es, das an allen Hochschulen anzubieten. Fehlen entsprechende Angebote vor Ort, können sich Studierende sich an die Kammern sowie an die Arbeitsagentur wenden.

Wer mit dem Gedanken spielt, das Studium abzubrechen und im nächsten Jahr zum August eine Ausbildung zu beginnen, sollte jetzt aktiv werden. Vielerorts laufen gerade die Bewerbungsphasen. „Die Chancen für die jungen Leute sind sehr gut. Gerade im Handwerk brauchen wir im kommenden Jahrzehnt 200 000 Meister als Übernehmer“, erklärt Legowski. Was viele nicht wissen: Studienabbrecher haben gute Chancen, dass sie ihre Ausbildung verkürzen können.
Für Abiturienten ist es möglich, einen Lehrvertrag mit verkürzter Ausbildungsdauer abzuschließen. Bei einer dreijährigen Ausbildung ist es möglich, auf bis zu 18 Monate zu verkürzen. Nur die gesetzlich vorgeschriebene Mindestausbildungsdauer zu machen, ist jedoch keine gute Idee, erklärt Legowski. Längere Praxisphasen sind für eine fundierte Ausbildung notwendig.
In Einzelfällen ist es weiter möglich, sich Credit Points aus dem Studium für die Meisterfortbildung anrechnen zu lassen. Ob das geht und wie viel Studienabbrechern bei einer Ausbildung angerechnet werden kann, ist jedoch je nach Fall unterschiedlich. Es hängt zum Beispiel davon ab, wie weit Jugendliche im Studium fortgeschritten sind. Wichtig ist deshalb, sich möglichst früh beraten zu lassen.