Belüftungsanlage der Disco wird bald ausgetauscht
Frische Luft reicht nicht

Der 20 Jahre alte Skatepark ist eine der vielen Baustellen, die Stadtjugendpfleger Ewald Zenger rund um das Jugendzentrum beschäftigen. Bild: Konrad

Die Belüftungsanlage in der Disco wird bald ausgetauscht. Doch damit sind nicht alle Probleme des Jugendzentrums gelöst.

Vor dem Jugendzentrum ist jeden Tag 1990er-Party: Die Zeit im Skatepark ist stehengeblieben. Graffiti aus der Zeit der Jahrtausendwende zieren Rampen und Halfpipes. Ihre Urheber sind mittlerweile vermutlich verheiratet und holen ihre Kinder täglich von der Schule ab.

"Als vor mehr als 20 Jahren der Skatepark eröffnete, war der weit und breit der einzige", berichtet Stadtjugendpfleger Ewald Zenger. Die Attraktion zog Skater aus Nürnberg und sogar Stuttgart an. Mittlerweile gibt es in Tirschenreuth und Waldsassen bessere Anlagen. Die Rampen und die Halfpipe in Weiden verfallen.

"Sie bröckeln auseinander", sagt Christian Neidhardt. Er setzt sich seit Jahren für eine neue Anlage ein. Dafür hat er eine Online-Petition gestartet, einen Antrag beim Stadtrat eingereicht und mit den Stadtoberen gesprochen. Seit zwei Jahren bringt der 24-Jährige Kindern und Jugendlichen den Sport bei. Er hat in diesem Jahr sogar einen Skateboard-Wettbewerb organisiert. Etwa 30 bis 40 Skater seien gekommen.

Frieren trotz Heizung


"Der Park hat so einen schlechten Ruf", findet Neidhardt. Es kämen schon gar keine Skater mehr. Dabei sei Weiden ein guter Standort: "Wir haben Toiletten, einen Skateshop in der Nähe, Läden und eine Zugverbindung." Das könnten andere nicht bieten. Die Stadt habe ihm bis jetzt 15 000 Euro zugesagt. "Das reicht hinten und vorne nicht." Neidhardt hofft jetzt auf einen Sponsor.

Der Skatepark ist nicht die einzige Baustelle. Zenger plagen einige Sorgen rund um das Jugendzentrum: Im Saal sei vor zehn Jahren eine neue Heizung eingebaut worden. "Vorher hat alles funktioniert, seitdem frieren wir hier", beschwert sich Zenger. "Hier ist auch nichts isoliert, keine Wände, keine Decken." Im Keller sind die Disco, das Atelier und ein Gemeinschaftsraum eingerichtet. Dort kommt der Salpeter aus den Wänden, und der Putz blättert ab. "Wir hatten schon mehrere Profis da, um das zu lösen. Tag und Nacht läuft ein Raumluftentfeuchter."

Spielplatz für Erwachsene


Ein Problem ist die Stadt gemeinsam mit dem Jugendring mittlerweile angegangen: Für 90 000 Euro wird die Belüftungsanlage in der Disco erneuert. Das war auch notwendig: "Wenn da 100 Kinder ein paar Stunden tanzen, dann können die die Luft schneiden", betont Zenger. "Die Jugendlichen fühlen sich grundsätzlich schon sehr zu Hause", sagt Tobias Reichelt, der Vorsitzende des Stadtjugendrings. "Ich glaube nicht einmal, dass sie groß den Juz-Neubau wollen." Der Vorstand selbst hat darüber noch nicht entschieden. "Das hat Vor- und Nachteile."

Anstelle einer neuen Skateanlage könnte sich Reichelt aber einstweilen auch einen "Calisthenics-Park" vorstellen. Es ist eine Art Spielplatz für junge Erwachsene. Die können dort Sport machen und trainieren. Das würde auch mehr Leute ansprechen als das Skaten, ergänzt Zenger.
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