Benefizkonzert mit dem Salonorchester Neustadt für Erhalt von St. Sebastian
Fanfaren zum Etappensieg

Für ein großes Publikum und für ein großes Vorhaben trat das Salonorchester Neustadt auf: Mit ihrem sehr gut besuchten Benefizkonzert engagierten sich die Musiker für den Erhalt von St. Sebastian. Bild: Kunz

So gut kann sich Hilfe für ein Gotteshaus anhören: Beim Benefizkonzert für den Erhalt von St. Sebastian überzeugt nicht nur das Salonorchester Neustadt. Auch die Unterstützer sind überzeugt, dass die Sanierung der Kirche gelingt.

"Was wir hier auf die Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen." Hochzufrieden zeigt sich Schirmherrin Maria Seggewiß beim Konzert mit dem Salonorchester Neustadt in der ehemaligen Augustinerkirche. Vor voll besetzten Reihen betonte die Ehefrau des Oberbürgermeisters einen "Etappensieg". St. Sebastian sei auf gutem Weg.

Um die älteste katholische Kirche drehte sich die Veranstaltung. Schließlich kommen die Einnahmen dem Erhalt des baufälligen Gotteshauses zugute. Der Förderverein hatte zum großen Konzertnachmittag eingeladen. Wie Moderatorin Maria Hirsch eingangs erklärte, sei die Stimmung im ersten Teil dem ehemals sakralen Charakter des Hauses geschuldet, was nur teilweise realisiert wurde. Die zweite Hälfte sollte dann beschwingter werden.

Gleich zu Beginn bewiesen die 55 Musiker, dass das mächtige Ensemble unter Leitung von Heribert Bauer und dem Vorsitzenden Max Peter eine beeindruckende Entwicklung genommen hat. Auf ein entsprechend vielseitiges Programm durfte sich das Publikum freuen. Die Soloklarinette spielte Sonja Dirschedl. Sophia Kirschsieper wurde für den Sopran eingeteilt.

Dem Hilferuf der Förderer entsprechend, eröffnete das Salonorchester mit größtmöglicher klanglicher Vielfalt und Fanfaren. Und zwar mit Richard Wagners glanzvollem "Einzug der Gäste" aus der Oper "Tannhäuser". Die lyrischen und wuchtigen Passagen verwandelten St. Augustin einige Minuten lang in die Wartburg.

Es folgte ein sachte von Violinen vorgetragener Liebesgruß "Salut d'Amour" aus der Feder von Edward Elgar. In diesem Stück offenbarten sich deutliche Hinweise auf die romantische Sensibilität des Tonsetzers. Ausnehmend frisch und inspiriert in weiten Teilen der zweiten Hälfte, gelang dem Orchester eine insgesamt feine, atmosphärisch dichte und stimmige Version von Wolfgang Amadeus Mozarts "Klarinettenkonzert A-Dur", Adagio.

Dann kam, was Salonmusiker am liebsten tun: Walzergefühle verbreiten. Es folgte ein Stück weit Wiener Opernball mit Carl Michael Ziehrers "Das liegt bei uns im Blut". Der Programmzettel wies überhaupt eine erstaunlich große Zahl an unterschiedlichen Musikrichtungen auf.

Schnell erklang auf Walzer Katzenmusik. Nämlich "Memory" aus Andrew Lloyd Webbers Erfolgsmusical "Cats". Nach "Heinerle, hab' kein Geld" ging es mit Johann Wichers "Marsch der Medici" in die Pause.

Ziehrers Marsch brachte die Zuhörer "Auf ins 20. Jahrhundert". Aus Emmerich Kalmans "Die Csardasfürstin" sang Sophia Kirschsieper "Die Mädls vom Chantant". Zu Gehör kamen Lieder wie Victor Hollaenders "Die Kirschen aus Nachbars Garten", spanische Klänge, ein "Dorfkinder Walzer" und zum großen Finale im Galopp Richard Eilenbergs "Petersburger Schlittenfahrt". Das Publikum bedankte sich für das berauschende Konzert mit Riesenbeifall.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.