„Bengalos“ im Bayreuther Eisstadion
19-Jähriger muss 600 Euro Geldstrafe zahlen

(rns) War er's oder war er's nicht? Für Richter Reinhold Ströhle gab es am Ende "keine berechtigten vernünftigen Zweifel an der Täterschaft" und deshalb wies er die Berufung des Angeklagten ebenso zurück wie die des Staatsanwalts. Das erstinstanzlich gefällte Urteil vom Amtsgericht Vohenstrauß wurde damit rechtskräftig.

Richter Roland Güll hatte den 19-Jährigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu 600 Euro Geldstrafe verurteilt. Anfang Januar im Bayreuther Eisstadion beim Spiel des EV Bayreuth gegen Weiden: Als das 0:1 für die Gäste fällt, tobt der Weidener Fanblock. Auf einem Polizeivideo, das im Gerichtssaal mehrmals vorgeführt wurde, erkannte man den jungen Mann aus dem östlichen Landkreis, wie er sich bückt und danach einen Fan-Schal vors Gesicht hält. Dichter, farbiger Rauch hüllt kurz darauf die Zuschauermenge ein. Mehrere bengalische Feuer waren gezündet worden.

Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes holt den Weiden-Fan heraus und übergibt ihn einer Polizistin. Kurz darauf bringt er zwei Jugendliche, die zuerst verdächtigt werden, selbst die Zündler gewesen zu sein, die aber sicher sind, dass es der 19-Jährige gewesen sein muss. Gegenüber der Polizistin machen sie diese Aussage und auch vor der 3. Jugendkammer des Landgerichts bleiben sie dabei. Allerdings schränken sie hier ein, dass sie "davon ausgehen, dass es der Angeklagte gewesen sein muss". Denn: Nur er habe sich gebückt und gleich danach ging das Feuer an.

Der damals noch 18-jährige Auszubildende bestritt vor Gericht, dass er der Täter gewesen war. Es sei möglich, dass es einer aus seiner Gruppe gewesen war, der das "Bengalo" angezündet hat - er jedoch auf keinen Fall. Für Staatsanwalt Dr. Christoph Edler war der Tatnachweis durch die Aussagen der beiden 16- und 17-Jährigen eindeutig geführt. Es entbehre jeglicher Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer das Feuer gezündet habe. Da der Angeklagte nicht vorbestraft sei und sozial eingeordnet lebe, genüge das von Richter Güll verhängte Strafmaß.

Rechtsanwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn dagegen sah nicht, dass sich der Tatverdacht erhärtet hatte. Sein Mandant gehöre "keiner Szene" an und sei auch kein radikaler Fan. "Alle haben Zweifel an der Täterschaft", so Dr. Schnupfhagn. Daher fordere er - erfolglos - Freispruch.
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