Beratungsstellen für psychisch Kranke und Suchtkranke laden zum Intensivtag
Erste Hilfe für Angehörige

"Jeder Angehörige kann am Intensivtag sein individuelles Wappen als Sinnbild von Problemen, Schutzvorkehrungen und eigenen Fähigkeiten aufzeigen." Katjenka Wild (links) von der Fachambulanz für Suchtprobleme und Elke Lehner von der Beratungsstelle für seelische Gesundheit hoffen auf möglichst viele Teilnehmer. Bild: sbü

Wenn zwei Einrichtungen zusammenarbeiten, die sich ansonsten um unterschiedliche Personengruppen kümmern, darf man auf das Ergebnis gespannt sein. Erstmals wird eine gemeinsame Initiative für Angehörige von Suchtkranken und von psychisch Kranken gestartet.

"Gemeinsam Wege finden", so lautet das Motto des geplanten "Intensivtags" für Angehörige von Menschen mit psychischer Erkrankung oder mit Suchtproblematik. Was am Samstag , 11. Juni, in der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit in der Bismarckstraße geplant ist, gab es bisher in Weiden noch nicht. "Wir wollen uns einen ganzen Tag lang den Angehörigen von psychisch Kranken oder Suchtkranken widmen", sagen Katjenka Wild von der Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme und Elke Lehner von der Caritas-Beratungsstelle für seelische Gesundheit.

Viele fühlen sich hilflos


Die Probleme der Angehörigen beider Krankheitsgruppen seien tatsächlich ähnlich, versichern die beiden Initiatorinnen des Intensivtages. Dass auch für Angehörige dringend spezielle Hilfestellungen erforderlich seien, gehöre längst zur Erkenntnis aus der täglichen Beratungsarbeit. "Oft fühlen sich die Angehörigen der Kranken hilflos und sagen, ich kann doch nichts tun." Das stellen Katjenka Wild und Elke Lehner immer wieder fest. Viele würden auch aus falscher Scham "alles in sich hineinfressen". Der Leidensweg der Angehörigen sei oftmals besonders tragisch. Mit ihrer Einladung an alle Betroffenen zum Intensivtag wollen die Beraterinnen die Erfahrung vermitteln: "Anderen geht es genauso wie mir, ich bin nicht allein."

Wer in seinem häuslichen Umfeld zum Beispiel Alkohol-, Rauschgift- oder Spielsuchtkranke oder auch Menschen mit Angst- oder Depressionserkrankungen täglich erleben müsse, brauche fast immer "mindesten genauso viel Hilfe wie der Kranke selbst", sagen die beiden Expertinnen. Und sie hoffen, dass möglichst viele Angehörige das Hilfsangebot annehmen.

Mit einem ganz speziellen Programm - "ausschließlich auf Angehörige ausgerichtet" - soll der Intensivtag ausgefüllt werden. Workshops zu dem Themen "was schützt mich?" oder "Do's und Don'ts - praktische Orientierungshilfen für den Alltag" stehen unter anderem auf dem Plan. Vor allem die Frage, wie sich die betroffenen Angehörigen selbst schützen können und welche Fähigkeiten ("Ressourcen") sie im Umgang mit den Kranken einsetzen können, soll ausführlich thematisiert werden. Die Probleme mit den Kranken würden weniger theoretisch besprochen, sondern "jedem Einzelfall wollen wir konkret Hilfe anbieten", sagen die Veranstalterinnen. Ziel sei es, den Angehörigen mehr Sicherheit im Umgang mit den Kranken zu vermitteln. "In der Gruppe gibt es eine Fülle von Erfahrungsschätzen, die - trägt man sie zusammen - den Angehörigen wieder neue Kraft geben."

Anmeldungen bis 3. Juni


Der Intensivtag am 11. Juni beginnt um 9 Uhr und endet um 16.30 Uhr in der Beratungsstelle für seelische Gesundheit in der Bismarckstraße 21 in Weiden (Nähe Krankenhaus). Anmeldungen können bei beiden Einrichtungen bis spätestens 3. Juni erfolgen unter Telefon 0961/3 891 433 oder beratung@caritas-suchtambulanz-weiden.de beziehungsweise Telefon 0961/389 050 (info@spdi-weiden.de).
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