Berliner irritiert über Strafzettel - Stadt: Uhrzeit nicht ablesbar
Falsche Parkscheibe kostet

Ein denkwürdiger Strafzettel, den Matthias Hoffmann an seinem Auto fand - und fotografierte. Bild: hfz

Länger als zulässig parkte das Auto eines Berliners nicht in der Scheibenstraße. Als der 54-Jährige zu seinem Wagen zurückkam, hatte er trotzdem ein Knöllchen verpasst bekommen. Der Grund: Seine Parkscheibe entsprach nicht den Vorschriften. Verstehen kann er das nicht. Die Verkehrsüberwachung sieht die Sache allerdings ganz anders.

Er sei ja vorsichtig gewesen, sagt Matthias Hoffmann. Ein Bekannter habe ihm vor Längerem erzählt, wie streng die Verkehrsüberwachung in Weiden sei. Als der Berliner Hoffmann nun selbst in der Max-Reger-Stadt zu Besuch war, habe er beim Parken "penibel drauf geachtet", alles richtig zu machen. Allein: Es half nichts. Hoffmann war kurz vor Ostern in der Oberpfalz. Seinen Wagen parkte er dabei auch in der Scheibenstraße. Wie dort vorgeschrieben, stellte er seine Parkscheibe, beachtete das Zeitlimit - und fand dann trotzdem ein Knöllchen am Auto. 10 Euro Verwarnungsgeld sollte er zahlen. Laut Erläuterung, weil die Parkscheibe nicht den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung (StVO) entspricht.

"Zig Jahre" problemlos


Hoffmann wunderte sich. Er hatte die Scheibe vor einiger Zeit extra gekauft. Also recherchierte er und fand heraus: Laut StVO muss eine Scheibe 11 Zentimeter breit und 15 Zentimeter hoch sein. Nicht zuletzt der Lesbarkeit wegen. Seine misst etwa 10 mal 13 Zentimeter. Deshalb zahlen zu müssen, "finde ich schon sehr kleinlich", sagt der 54-Jährige. Gut lesbar sei seine Scheibe. Behindert habe sein Auto auch niemanden. Und überhaupt: In Berlin nutze er seine Scheibe "seit zig Jahren, und da ist mir so was noch nie passiert". Hoffmann überwies zwar die 10 Euro. Seinen Unmut darüber drückte er trotzdem in einer E-Mail aus, die er an die Stadt und in Kopie an den NT schickte. Sein Fazit darin: "Als Tourist fühlt man sich so in Weiden leider nicht willkommen."

Ganz anders bewertet das Ganze dagegen die Stadt. Das Problem seien gar nicht die Außenmaße der Scheibe gewesen, sagt Hans Wolfrath, Leiter der Verkehrsüberwachung und zentralen Bußgeldstelle. Vielmehr sei in Hoffmanns Fall das weiße Sichtfeld zu klein gewesen. Sprich: Die Verkehrsüberwacherin habe nicht genau erkennen können, welche Uhrzeit eingestellt war.

Allgemein sei die Stadt nämlich nicht pingelig. Sie toleriere auch kleinere Scheiben. Wichtig sei, dass das Sichtfeld inklusive der "Halbstunden-Striche" - also die Zeitangabe - zweifelsfrei ablesbar ist. Dabei könne auch die Lage eine Rolle spielen. Wenn zum Beispiel eine eh schon kleine Scheibe irgendwo in der Mitte des Armaturenbretts statt außen liegt oder von getöntem Glas verdeckt wird, kann es Probleme geben. "Es gibt einen Punkt, ab dem man es nicht mehr akzeptieren kann", sagt Wolfrath.

Wenige Fälle


Fälle wie der von Hoffmann seien aber nicht die Regel. Zwar seien viele Scheiben im Umlauf, die nicht der Norm entsprechen. "Aber dass jemand wegen einer zu kleinen verwarnt wird, kommt selten vor." Häufig geschehe es dagegen, dass sich Auswärtige über eine zu strenge Verkehrsüberwachung beklagen, erläutert Wolfrath. Wobei damit gar nicht Weiden alleine gemeint ist. Bei Treffen mit Kollegen höre er dasselbe nämlich auch von anderen Kommunen. Beim Berliner Hoffmann bleiben unterdessen abseits der Straßen wenigstens noch einige gute Erinnerungen an seinen Besuch. Vor allem "die Innenstadt hat uns sehr gut gefallen".

Korrekte ScheibenWie für so vieles gibt es auch für Parkscheiben in Deutschland genaue Vorgaben. Geregelt sind neben den Maßen (11 mal 15 Zentimeter) auch die blaue Farbe, die Schrift und sogar die Lage des Drehpunkts. Ebenso muss eine Scheibe unter anderem das Wort "Ankunftszeit" samt Pfeil und ein "P" als Symbol für Parken aufgedruckt haben. Wer auf Nummer sicher gehen will: Bei der Verkehrsüberwachung der Stadt in der Asylstraße 2a gibt es zu den Öffnungszeiten Parkscheiben. Den Normen entsprechend - und kostenlos. (fku)
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k m.w aus Altenstadt an der Waldnaab | 05.04.2016 | 17:44  
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