Bernd Wohlgut hält Vortrag über Flüchtlinge - Er hat ihre Herkunftsländer bereist
"Weil sie Schutz suchen"

Bernd Wohlgut an den Fällen des Blauen Nil bei Tississat. Dorthin, nach Äthiopien, führte eine der Reisen des Pressathers. Dabei ging es ihm aber längst nicht nur um die Natur. Vielmehr interessierten ihn die Menschen und die Umstände, die viele zur Flucht aus ihrer Heimat bewegen. Darüber wird Wohlgut am Mittwoch im Pfarrheim St. Josef berichten. Bild: hfz

Warum? Diese Frage muss Bernd Wohlgut immer wieder beantworten. Was allerdings auch naheliegend ist bei diesen Zielen. Afghanistan und Pakistan, Äthiopien und zuletzt, im Februar, die Kurdengebiete in der Türkei und im Irak - diese Länder hat der Pressather seit 2011 bereist.

Aus seinen Erfahrungen dort sind mehrere Bücher entstanden, in denen der 47-Jährige nicht zuletzt die politische Situation beleuchtet. Eine Situation, die auch Auswirkungen in Deutschland hat - spätestens, seit vergangenes Jahr die Zahl der Flüchtlinge gestiegen ist.

Um solche Zusammenhänge geht es Wohlgut auch am Mittwoch, 28. September. Ab 19.30 Uhr berichtet er in einem Power-Point-Vortrag im Pfarrheim St. Josef über Fluchtursachen und die Situation in den Herkunftsländern. Er verspricht zahlreiche Bilder, Videoaufnahmen - und natürlich Erzählungen über seine Erlebnisse.

Wohlgut, im Hauptberuf Zivilangestellter bei der US-Armee in Grafenwöhr, betreibt Reisen in Länder jenseits der typischen Urlaubsrouten als eine Art Hobby. "Mich interessiert diese Welt, diese Menschen", sagt er. Dass der Autodidakt auch noch darüber schreibt, hat mit einer anderen Art der Reise zu tun: Bei seinen Recherchen wisse er nie, wo er am Ende lande - oft sei es das Gegenteil dessen, was er zunächst erwartet habe. Ganz konkret landete er zuletzt in den Kurdengebieten der Türkei und des Iraks. Er erlebte Kämpfe. Und die Zustände in Flüchtlingseinrichtungen, erzählt er. Den Zugang dort habe er dank kurdischer Gewährsleute erhalten. Dass das, was er dann sah und worüber er berichten will, ein wenig schmeichelhaftes Licht auf die türkische Regierung wirft, liegt in der Natur der Sache.

Umgekehrt sind es eben die Schilderungen aus erster Hand, mit denen Wohlgut punkten kann. Etwa wenn er über seine Gespräche mit Kurden im Irak erzählt - mit dem Fazit: "Mann muss über 50 sein, um dort den Zustand Frieden überhaupt erlebt zu haben." Oder wenn er über Obdachlose in Äthiopien berichtet, die ihm auffielen, als sie auf Grünstreifen zwischen zwei Fahrbahnen schliefen. Dieselben Leute habe er dann im Sudan wieder gesehen: Flüchtlinge, auf ihrem Weg durch Afrika mit Ziel Mittelmeer.

Bewusstsein wecken


In seinem Vortrag und bei der anschließenden Diskussion, so Wohlgut, gehe es ihm darum, ein Bewusstsein für die Lage von Flüchtlingen zu wecken. "Es ist wichtig, dass die Bevölkerung ein Gefühl dafür bekommt, warum diese Menschen ihr Land verlassen." Das mache niemand freiwillig. "Sie kommen, weil sie Schutz suchen." Der Vortrag läuft in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl als Teil der Veranstaltungen zur "Interkulturellen Woche". Eintritt frei, Spenden erwünscht.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.