Betrüger beißen bei Weidenerin auf Granit
Telefon-Falle

Susanne Kempf. Archivbild: Wilck

Frechheit siegt. Nach diesem Motto arbeiten Betrüger, die ihren Opfern per Telefon eine Falle stellen. Auch bei der Weidenerin Susanne Kempf ging jüngst so ein Anruf ein. Der Gesprächspartner erwies sich dabei als besonders dreist. Er behauptete, er sei Peter Zimmermann, der Bundesbeauftragte für Statistik, und wollte zwei Fragen beantwortet haben.

Was dem Fall eine besondere Note verleiht: Es gibt tatsächlich einen Peter Zimmermann, der von 2002 bis 2009 Landesbeauftragter für den Datenschutz in Baden-Württemberg war. Der war aber mit Sicherheit nicht der Anrufer bei Susanne Kempf. Denn jener Herr legte sofort auf, als sie ihm erklärte, dass sie grundsätzlich keine Fragen am Telefon beantwortet und dass sie nicht glaubt, dass er der Bundesbeauftragte für den Datenschutz ist. "Der Anrufer sprach mit Akzent und die Hintergrundgeräusche deuteten darauf hin, dass der Anruf aus einem Callcenter kam", erzählt Kempf.

In einem Brief an die Bundesbeauftragte für den Datenschutz wies Susanne Kempf auf diesen vermeintlichen Fall von Missbrauch hin und erhielt recht. Dabei ist sie offenbar bei weitem nicht das einzige Opfer. "In jüngster Zeit bin ich von besorgten Bürgerinnen und Bürgern mehrfach über ähnliche dubiose Telefonanrufe informiert worden, in denen sich der Anrufer als Mitarbeiter einer angeblichen Behörde ausgegeben hat", heißt es in dem Antwortschreiben aus Bonn. Und weiter: "Mit derartigen oder ähnlichen Bezeichnungen soll offenbar der Anschein der Seriosität erweckt werden."

Doch der Anruf war offensichtlich alles andere als seriös. Deshalb enthält das Schreiben aus Bonn auch noch einige Tipps für Verbraucher: Grundsätzlich gelte, dass derartige Telefonwerbung ohne vorheriges Einverständnis des Angerufenen nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verboten sei. Falls durch das Telefongespräch ein Vertrag zustande gekommen sei und der Betroffene nicht ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht informiert wurde, können "alle per Telefon geschlossenen Verträge über Dienstleistungen noch bis zur vollständige Bezahlung schriftlich widerrufen werden." Wer unrechtmäßige Geldabbuchungen auf seinem Konto feststellt, kann den Betrag bis zu sechs Wochen nach der Abbuchung ohne Begründung zurückrufen.

Die Mitarbeiterin der Bundesbeauftragten für den Datenschutz rät außerdem dazu, Rufnummernmissbrauch und unerlaubte Telefonwerbung auch der Bundesnetzagentur zu melden. Denn das ist die zuständige Aufsichtsbehörde. Die Bundesnetzagentur bietet auch eine telefonische Beratung an unter der Rufnummer 0291/9955-206.
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