Bezirkstagsvize besucht Sindersberger-"Arche"
"Die Zukunft der Altenhilfe"

Offiziell geht die "Arche" im Sindersberger-Heim erst nächstes Jahr in Betrieb. Bewohner hat sie aber jetzt schon. Über das Konzept informierte sich Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher. Mit dabei: (von links) Gerontofachkraft Gerlinde Kledtke, Bewohnervertreterin Anneliese Hein, Heimleiter Wolfgang Reuther, Diakonie-Chef Karl Rühl und Erika Kleber, die künftige leitende Pflegekraft der "Arche". Bild: Götz

Noch ist das Sindersberger-Heim eine Baustelle. Aber dass hier Wegweisendes entstehen soll, hat sich schon herumgesprochen. Vor allem ein neues Angebot interessiert auch den Bezirkstag.

Es riecht nach Schweißarbeiten, es wird gehämmert, geklopft und gestrichen. Das Eleonore-Sindersberger-Heim ist eine Großbaustelle. Für rund 10 Millionen Euro lässt das Diakonische Werk Weiden die Einrichtung rundum modernisieren. Außen, innen, sogar oben, wo ein viertes Stockwerk angebaut wird. Ein enormer Aufwand, bis die Arbeiten Mitte/Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein werden. Aber es soll ja auch etwas ganz Neues entstehen. "Das wird die Zukunft der Altenhilfe im stationären Bereich", sagt Karl Rühl, geschäftsführender Vorstand der Weidener Diakonie.

Mehr Mitarbeiter


In Zukunft soll das "Sindersberger" nicht nur größere Zimmer für die Bewohner haben, sondern auch ein sehr differenziertes Angebot. Vom Bereich für Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen im Erdgeschoss bis zu verschiedenen Formen der Pflege oder Wohnen im Quartier. 130 Plätze solle es geben (derzeit leben im Heim 97 Bewohner). Außerdem werde die Zahl der Mitarbeiter steigen: von momentan 70 Köpfen auf 100.

Und dann ist da noch die "Arche". Auf knapp 600 Quadratmetern gibt es hier im zweiten Stock Palliativ-, Hospiz- und Schwerstpflege. Das Konzept ist speziell auf die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender zugeschnitten. Gleichzeitig erlaubt es den Bewohnern, am Geschehen außerhalb ihrer Zimmer teilzuhaben. Unter anderem dank passender Räume und großer Türen, durch die auch Betten leicht geschoben werden können. Von einem Angebot mit Modellcharakter spricht Diakon Rühl.

Tatsächlich interessiert sich auch der Bezirk dafür. Als Sozialhilfeträger ist er ohnehin involviert. Er übernimmt die Kosten für Bewohner, denen das Geld fehlt - was immer häufiger vorkommt. Aber auch sonst, etwa beim Frauenhaus oder der Hilfe für Flüchtlinge, "ist die Diakonie ein wichtiger Partner", wie Lothar Höher erklärt. Der Bezirkstagsvizepräsident ist zu einem Baustellenbesuch gekommen. Die Einrichtung insgesamt sei nicht nur wegen ihrer optimalen Lage zu Recht beliebt, lobt er. Große Bedeutung habe auch die "Arche". "Es ist wichtig, den finalen Lebensabschnitt menschlich zu gestalten."

Das Problem ist, dass Menschlichkeit kostet. So gehört zum Konzept etwa eine spezielle Beleuchtung, die wie echtes Tageslicht wirkt - mit allen Vorteilen für die Bewohner. Auch die Betten sind um etwa ein Sechsfaches teurer als gewöhnliche. Hinzu kommen laufende Kosten für höheren Personalbedarf und, und, und. Die Kassen übernehmen jedoch nur Teile davon. Die Diakonie ist deshalb auf Unterstützung angewiesen, wobei nicht nur finanzielle Hilfe gefragt ist (Kasten ).

"Sie werden staunen"


Wenn die "Arche" offiziell im kommenden Jahr öffnet, wird sie 13 Plätze bieten. Betrieb gibt es in ihr allerdings schon jetzt, weil andere Bewohner wegen des Umbaus dorthin gezogen sind. Das ermöglicht schon einmal Vorschusslorbeeren: "Ich besuche die Leute ab und zu - und ich sehe ja, wie zufrieden sie sind", berichtet Anneliese Hein (92), die Vorsitzende der Bewohner-Vertretung. Vor allem das offene Konzept überzeuge sie, die Senioren seien dadurch nicht allein. Überhaupt brächten die Umbauarbeiten viel in Bewegung: "Die Weidener Bevölkerung wird staunen, was sich alles getan hat."

Hilfe für die "Arche" und das HeimVom Service-Club bis zur Heim-Bewohnerin, die statt um Geburtstagsgeschenke um Spenden bittet: Es gibt bereits viele Unterstützer der "Arche". Schließlich sind die Verantwortlichen auf Förderung angewiesen, um das Angebot umzusetzen. Die Diakonie selbst hat zu diesem Zweck auch einen Freundeskreis gegründet (wir berichteten). 40 Förderer engagieren sich darin bereits. Insgesamt werden 200 gesucht. Dabei gehe es aber nicht nur um Spenden, sondern auch darum, den Gedanken der speziellen Pflege in der Arche weiterzutragen, erklärt Heimleiter Diakon Wolfgang Reuther. Ein Spendenkonto gibt es bei der Evangelischen Bank, IBAN DE34 5206 0410 0002 6080 14, Empfänger: DW Weiden, Zweck: Sindersberger Arche. Mehr zum Freundeskreis im Internet auf: www.sindersberger-arche.diakonie-weiden.de

Daneben ist im Heim aber auch nicht-finanzielle Hilfe genauso willkommen. Derzeit suchen die Verantwortlichen ehrenamtliche Umzugshelfer oder Leute, die beispielsweise bei Arbeiten wie Tünchen mitmachen. Meldungen unter 0961/3916180. (fku)
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