BI gegen atomare Anlagen will nicht ruhen, ehe der letzte Meiler still gelegt ist
Bedrohung nicht gebannt

Vier Frauen, ein gemeinsames Ziel: das Aus für Atomkraft. Die Bürgerinitiative wird weiterhin geleitet von (von rechts) Hilde Lindner-Hausner, Sonja Schuhmacher, Brigitte Schnappauf und Renate Löw. Bild: Dobmeier

Noch 2191 Tage bis zum Atomausstieg. "Können wir Ruhe geben?" Hilde Lindner-Hausner von der Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen Weiden-Neustadt beantwortet die Frage mit einem klaren Nein.

Für die Betreiber des 2015 stillgelegten Meilers Grafenrheinfeld sei dies keine beschlossenen Sache. Ein erneutes Hochfahren werde nicht ausgeschlossen. Hilde Lindner-Hausner begrüßte zur Jahreshauptversammlung eine Schar an Mitstreitern in "Iblackers Zoiglstüberl". Die BI begleitete 2015 viele Projekte und Veranstaltungen in ganz Deutschland. Zum 30. Mal jährten sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl und der Widerstand gegen die WAA. Fünf Jahre liegt die Katastrophe von Fukushima zurück. Hierzu fanden Ausstellungen, Mahnwachen und Informationsveranstaltungen statt.

Ein offener Brief an Landräte und Bürgermeister in der Region brachte die in Deutschland unzureichende Bevorratung mit Jodtabletten für den Fall eines nuklearen Unglücks zutage. Hierzu könne man sich an Österreich ein Beispiel nehmen. In Falkenberg erfolgte die Übergabe einer Forderung zu den "Monstertrassen" an Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Atomkraftgegner bezweifeln die Notwendigkeit der Stromtrassen und befürworten die dezentrale Energieversorgung. Beim Zusammentreffen in Vohenstrauß bekam Umweltbundesministerin Dr. Barbara Hendricks symbolisch eine rote Karte überreicht, weil Fracking, CETA und TTIP weiter im Gespräch waren. Die Fußball-EM habe vom "Fracking-Ermöglichungsgesetz" abgelenkt, meinen die Atomkraft-Gegner.

Als Mitveranstalter unterstützte die BI die internationale Temelin-Konferenz. Niemand greife die Pleiten, das Pech und die Pannen dieses tschechischen Atomreaktors auf. Bei der Konferenz wurde eine Resolution verfasst. Für das Reaktorgelände von Tschernobyl sei eine neue Schutzhülle in Planung. In Kreuth schlossen sich die Atomkraftgegner dem "Bündnis für Toleranz" gegen AfD und Frauke Petry an. In Oberfranken unterstützte die BI die Aktion "Wunsiedel ist bunt".

Vier Frauen an Spitze


Die Neuwahlen bestätigten das vierköpfige Führungsteam mit Hilde Lindner-Hausner, Renate Löw, Brigitte Schnappauf und Sonja Schuhmacher. Die Kasse führt Renate Löw. Am 2. Dezember um 19.30 Uhr lädt der Kunstverein zur Veranstaltung "Aus der WAA-Westentasche des Widerstands" mit Lesungen und Film-Ausschnitten des "Westentaschekabaretts" ein.

Der Rückbau der stillgelegten Atomkraftwerke und die Endlagersuche sind Themen für 2017. Die BI will sich weiter gegen Stromtrassen und Fracking wehren. Dafür sollen erneuerbare Energien gestärkt werden, um am Ende das Ziel zu erreichen: das endgültige Aus für Atomkraft.
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