Bier, Grillgut und auch „Gras“
42-Jähriger zu 9 Monaten auf Bewährung verurteilt

Nur einige Male traf sich ein 32-Jähriger mit einem Freund zur Kiffer-Runde. Der 42-jährige Fernsehtechniker brachte Bier und Grillgut mit. Der Jüngere spendierte das "Gras". Nun verurteilte ihn das Schöffengericht wegen Besitzes und unerlaubter Abgabe von Rauschgift zu neun Monaten auf Bewährung und 1500 Euro Geldauflage.

Im Zuge von Ermittlungen gegen einen anderweitig verfolgten Großdealer war die Kripo auch dem Maschinenbauer auf die Spur gekommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten 64 Gramm Marihuana. Der Mann aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN gab daraufhin an, das Rauschgift aus eigener Anzucht auf einem Feld nahe Grafenwöhr hergestellt zu haben. Als Zeuge sagte ein Kriminalhauptkommissar vor Gericht, dass es, aufgrund der sehr guten Qualität, sehr unwahrscheinlich sei, dass das Marihuana aus Freilandanbau stamme. Eher stamme es aus einem Einkauf bei oben erwähntem Dealer.

Auch Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Christian Härtl glaubte nicht an einen "grünen Daumen" des Angeklagten, obwohl dieser berichtet hatte, sein Feld regelmäßig gepflegt und gedüngt zu haben. Härtl hielt dem Angeklagten zugute, dass er bisher nicht vorbestraft war, dass es sich bei Marihuana um eine "weiche Droge" handele und dass er sozial völlig eingeordnet gelebt hatte. Der Anklagevertreter forderte wegen Besitzes von und Handeltreiben mit Rauschgift zehn Monate auf Bewährung.

Rechtsanwalt Tobias Konze stellte fest, dass kein Handeltreiben vorliege. Das Marihuana sei unentgeltlich abgegeben worden. Er halte sieben Monate und eine moderate Geldauflage für ausreichend, so der Verteidiger. Amtsgerichtsdirektor Gerhard Heindl und die Schöffen befanden, dass sich eine Bezahlung nicht nachweisen lasse. Sie folgten der Argumentation Konzes. Der Ledige nahm das Urteil sofort an.
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