Bilanz der Landesverkehrswacht
Vorfahrt für Sicherheit

Innen- und Verkehrsstaatssekretär Gerhard Eck (links) hielt bei der Landesverkehrswacht Bayern ein Plädoyer für das Verkehrssicherheitstraining "Könner durch Er-Fahrung". Bild: Götz

Mehr als 7000 Teilnehmer und ein um zirka 30 Prozent geringeres Unfallrisiko: Die Landesverkehrswacht Bayern, der bayerische Innenstaatssekretär Gerhard Eck sowie Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord, zeichneten eine positive Bilanz des Verkehrssicherheitstrainings "Könner durch Er-Fahrung".

Etzenricht/Weiden. "Mobilität wird heutzutage als Grundrecht und Lebensqualität angesehen. Gerade in ländlichen Regionen will niemand in seinem Dorf verharren", sagte Eck bei der Bilanzveranstaltung der Landesverkehrswacht Bayern am Montag in Etzenricht. Während das Verkehrsaufkommen weiter steigt (plus 25 Prozent), sinkt das Unfallrisiko weiter. Eck rechnete dies unter anderem dem Verkehrssicherheitstraining an. Die Herausforderungen würden jedoch stets komplexer: "Auch wenn die Infrastruktur vielerorts noch ausbaufähig erscheint, können Autofahrer hierzulande, dank immer leistungsstärkerer Autos und bester Straßenverhältnisse, ihren Temporausch fast unbegrenzt ausleben."

Insbesondere Fahranfänger empfänden den Führerschein noch immer als "besonderen Einschnitt im Leben". "Weder gehen viele mit der neugewonnenen Freiheit angemessen verantwortlich um, noch kennen sie ihre Grenzen." Eck lobte in diesem Zusammenhang die Einführung des Begleiteten Fahrens ab 17 als "klügste Entscheidung, die auf politischer Ebene getroffen wurde", weil sie eine Art "Druckluftbremse" darstelle. Es bezeichnete es als "Aufgabe der gesamten Gesellschaft", auf junge Fahrer einzuwirken. "Mein erstes Auto war ein R 4, da konnte jeder nebenher mitlaufen. Heute gilt das eben nicht mehr, und diese Herausforderung geht uns alle an."

Weniger Unfälle


Horst Schneider, Vizepräsident der Landesverkehrswacht in Bayern, wartete mit Zahlen für 2015 auf, die den Erfolg des Sicherheitstrainings "Könner durch Er-Fahrung" belegen. 7097 junge Fahrer nahmen das Angebot 652 kostenloser Schulungen in Anspruch. "Im letzten Jahr kamen 76 Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren in Bayern ums Leben. Hauptursache war oftmals nicht angepasste Geschwindigkeit vor allem auf Landstraßen." Seit 32 Jahren laufe das Programm, und es erreichte bisher 455 000 Teilnehmer. "Fahrer, die den Kurs besucht haben, waren im Vergleich zu ihren Altersgenossen an einem Drittel weniger Unfälle beteiligt", verwies Schneider auf eine Studie des TÜV Süd.

Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberpfalz Nord, bezeichnete Deutschland als "Paradies ohne Geschwindigkeitsbegrenzung". Viele Fahranfänger wollten ihre Unabhängigkeit mit einem Temporausch ausleben. "Es geht um Leben - deswegen fördert die Sparkasse das Fahrsicherheitstraining." (Seite 6)
Fahrer, die den Kurs besucht haben, waren im Vergleich zu ihren Altersgenossen an einem Drittel weniger Unfälle beteiligt.Horst Schneider, Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern
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