Bildhauer Günter Mauermann übergibt Arbeit
Spende für das Stadtmuseum Weiden

Die Freude ist groß: Petra Vorsatz nimmt das Kunstwerk entgegen, das Bildhauer Günter Mauermann für den Denkmal-Wettbewerb auf der Allee geschaffen hatte. Es erinnert an den Landesherrn Pfalzgraf Theodor Eustach von Sulzbach, den Spender der Lindenallee im 18. Jahrhundert. Bild: Porsche
Das Weidener Stadtmuseum ist um ein interessantes Stück reicher. Spender ist Günter Mauermann. Der bekannte Weidener Bildhauer hat unter anderem den Brunnen am Unteren Markt geschaffen. Er übergab Museumschefin Petra Vorsatz seine Arbeit, die er für den Wettbewerb zur Gestaltung des Denkmals auf der Allee eingereicht hatte. Sie erinnert an Pfalzgraf Theodor Eustach von Sulzbach , von 1708 bis 1732 Landesherr des Herzogtums Sulzbach und der markgräflichen Halbscheid des Amtes Parkstein-Weiden.

Der Pfalzgraf hatte im Jahr 1714 an der nördlichen Seite der Stadt (auf der heutigen Bürgermeister-Prechtl-Straße, im Volksmund: Allee) eine Lindenallee anlegen lassen, wobei er - wie die Annalen vermerken - "die ersten 3 Bäume mit eigener hoher Hand einpflanzte".

"Nach den Äußerungen glaubwürdiger Männer hat keine Stadt in Bayern eine solche Lindenallee aufzuweisen, sie ist eine Zierde unserer Stadt, und kein Fremder betrat sie noch ohne Bewunderung und großes Wohlgefallen", heißt es in historischen Unterlagen. Jahre später allerdings war ein ehemaliger Rentbeamter so unverfroren, seinen angrenzenden Dienstgarten um ein Teilstück der Allee und eine der Linden zu erweitern. Damit nicht genug, plante er - wiederum einige Jahre später -, seinen Garten erneut zu vergrößern und eine zweite Linde einzubeziehen. Zudem wurde die allseits bewunderte Anlage nicht mehr gepflegt und durch Viehtrieb beschädigt. Mit "bekümmertem und gerührtem Herzen" wandte sich deshalb die Bürgerschaft im Mai 1819 an den damaligen Landesherrn mit der Bitte, die "alte ehrwürdige Lindenallee der hiesigen Bürgerschaft allergnädigst zu überlassen, damit wir in den Stand gesetzt werden, sie zum höchstseligen Andenken ihres erhabenen Stifters in ihrer Würde zu unterhalten und vor ihrer Zerstörung zu retten." Max I. Josef, der erste bayerische König, kam dieser Bitte nach und schenkte die Lindenallee schließlich 1819 der Stadt.

Doch 1856 verwüstete ein orkanartiger Sturm große Teile der Allee. Ein Jahr später wurden 42 Linden und 6 Kastanien neu gepflanzt. Der Preis pro Linde betrug damals übrigens 48 Kreuzer. Diese Bäume mussten in den 1980er Jahren dem Bau der Tiefgarage weichen. Sie wurden - so weit gut erhalten - von der Stadtgärtnerei in verschiedene Grünanlagen verpflanzt und später durch Kastanien ersetzt.

Zur Einweihung der Allee-Tiefgarage 1988 hatte die Stadt zwei Wettbewerbe ausgelobt: für einen Brunnen und für ein Denkmal zu Ehren des Alleegründers Pfalzgraf Theodor Eustach. Den für den Brunnen gewann Günter Mauermann, beim Denkmal landete die Künstlerin Melita Todorovic auf Platz eins. Seitdem hing der Denkmal-Entwurf von Mauermann in seinem Atelier. Den hat er jetzt dem Stadtmuseum als Geschenk vermacht in der Überzeugung: "Hier ist es gut aufgehoben."
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