Bisher kein Fall von Geflügelgrippe in Weiden
Wildvogel fällt tot vom Himmel

Entwarnung für Weiden: Bisher gibt es keine Fall von Geflügelgrippe. (Foto: Hegen)

"Ein Wildvogel ist in Weiden vom Himmel gefallen und landete tot im Garten eines Bürgers." Dr. Barbara Bäumler formuliert es etwas flapsig, auch wenn sich dahinter ernste Besorgnis verbirgt. Der Verdacht auf Geflügelgrippe.

Das Virus gilt als hochansteckend und breitet sich rasant im gesamten Freistaat aus. Für den Fall in Weiden gibt die Leiterin des städtischen Veterinäramtes aber Entwarnung: "Das Tier wurde untersucht. Es hatte keine Geflügelpest."

Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt dennoch eine Verfügung erlassen, wonach alle Geflügelhalter verpflichtet sind, ihre Tiere ausschließlich im Stall zu halten. Denn: Einmal Entwarnung heißt nicht immer Entwarnung. "Die Situation kann sich täglich ändern", räumt Dr. Bäumler mit Blick auf das hochansteckende Virus ein. Die Vorschrift gilt laut Stadt für Großbetriebe ebenso wie für private Geflügelhalter. Aber gibt es überhaupt Großbetriebe in Weiden?

Keine großen Zuchtanlagen


Mit den Zuchtanlagen in Nordrhein-Westfalen, die teilweise 1000 bis 2000 Tiere beherbergen, können die hiesigen Geflügelzüchter sich keinesfalls messen. "Wir haben einen Biobauern mit rund 100 Hühnern in Neubau und einen Selbstvermarkter mit etwa 400 Enten, Gänsen und Hühnern in Mallersricht", zählt die Amtstierärztin auf. "Der Rest sind Privatleute, die höchstens mal 30 bis 40 Tiere für den Eigenbedarf halten." Für alle gilt - wie gesagt - die Stallpflicht.

So weit, so gut. Doch mit den Kältegraden wächst auch das Bedürfnis von Tierfreunden, die kleinen gefiederten Freunde mit Körnern gut über den Winter zu bringen. Sollte man das in Zeiten einer grassierenden Geflügelgrippe vielleicht besser unterlassen? Auch hier gibt Barbara Bäumler Entwarnung. "Ich würde zwar jetzt noch nicht füttern, einfach weil es zurzeit nicht gefriert und die Vögel noch genügend Beeren finden." Generell seien Singvögel für das Virus nicht so empfänglich und außerdem eher vereinzelt unterwegs als Enten und Gänse, die in Massen gehalten würden. "Das ist wie bei den Menschen: Ein g'standenes Mannsbild haut das Virus nicht so leicht um wie eine gebrechliche alte Frau."

Trotzdem sei es durchaus mal möglich, dass sich ein Singvogel mit Influenzaviren infiziere. Deshalb der Rat der Tierärztin an alle Vogel-Fans, die gerne Körner und Äpfel auslegen: "Nach dem Füttern sollte man unbedingt die Hände waschen, aber das macht man ja sowieso."
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