Bitte einsteigen - aber sicher
Wie Senioren gefahrenlos den Stadtbus benutzen

Eine ältere Dame fällt mit ihrem Rollator Kopf voraus aus dem Bus. Wie solche Unfälle verhindert werden können, zeigte die Busfirma Wies bei der 16. Gesprächsrunde "Senioren in unserer Stadt". Und der Saal war ebenso voll wie der Veranstaltungskalender 2016.

Alfons Heidingsfelder war begeistert: "So viele Teilnehmer wie heute haben wir noch nie gehabt." Der Seniorenbeauftragte der Stadt Weiden hatte zur Senioren-Gesprächsrunde ins Maria-Seltmann-Haus eingeladen. Über 40 Vertreter der insgesamt 52 Weidener Seniorenclubs waren gekommen.

Anton Binder, Betriebsleiter des Busunternehmens Wies, zeigte ihnen ein Video über die Gefahren für Senioren im öffentlichen Nahverkehr. Der Film veranschaulicht, wie sich ältere Menschen in den Stadtbussen verhalten sollen, wie Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen richtig in einen Bus ein- und aussteigen. Man solle rückwärts aussteigen, erklärte Binder. Als abschreckendes Beispiel diente ein kurzes Überwachungsvideo aus einem Bus: Eine ältere Frau stürzte mit ihrem vollgeladenen Rollator Kopf voraus aus dem Bus. Passiert sei nichts, versicherte Binder: "Bisher ist noch nie etwas Ernsthaftes geschehen." Das solle auch so bleiben. Die Busfirma kümmere sich besonders um einen seniorengerechten Busverkehr in der Stadt.

Hilfsbereite Fahrer


Eine Frau klagte über einen Busfahrer, der "sich keine Zeit nimmt oder gar keine Zeit hat, um älteren Menschen mit Rollstühlen zu helfen". Schwerbehindertenbeauftragter Alexander Grundler dazu: "Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass so etwas passiert. Aber generell sind die Busfahrer in Weiden meiner Erfahrung nach sehr hilfsbereit." Außerdem seien alle Fahrer geschult, älteren Menschen zu helfen. "Wenn man aber so eine Situation erlebt, dann bitte unbedingt bei mir oder bei der Firma Wies melden - mit Zeitpunkt und Haltestelle", so Grundler. "Dann können wir dem nachgehen."

Ein Bürger aus Neunkirchen entfachte eine rege Diskussion über die Fahrtkosten. Alexander Grundler stellte dabei eine für viele Senioren interessante Information in den Raum: Menschen, die in ihrem Behindertenausweis das Merkzeichen G für gehbehindert hätten, könnten im ÖPNV unentgeltlich fahren. Dafür müssten sie sich eine Wertmarke für 80 Euro im Jahr (40 Euro halbjährlich) besorgen. Warum es in der Stadt Weiden keine Senioren-Buskarte gebe wie im Landkreis Neustadt, wollte ein Frau wissen. Heidingsfelder erklärte, dass das Thema bereits 2009 im Gespräch gewesen sei. Damals habe man die Bus-Preise zwischen Stadt und Landkreis verglichen. Da die Stadtbusse vor allem von Senioren genutzt werden würden, seien die Preise in der Stadt ohnehin niedriger.

Kuchen zum 75. Geburtstag


Die nächste Gesprächsrunde "Seniorinnen und Senioren in unserer Stadt" wird im September stattfinden. Heidingsfelder hofft, dass dann wieder ähnlich viele Gäste kommen. Wobei: "Dann wird der Kuchen aber teuer", scherzte der Seniorenbeauftragte. Demnächst feiert er nämlich den 75. Geburtstag und möchte beim nächsten Seniorentreffen den Kuchen spendieren. Den mussten die Besucher im Maria-Seltmann-Haus diesmal selber zahlen - wegen der Sparzwänge der Stadt.

Veranstaltungen 2016Die Seniorenclub-Leiter bemängelten den schlechten Service beim letztjährigen Seniorennachmittag : Die Getränke seien zu teuer gewesen, und es habe zu wenig Personal gegeben. Ansonsten sind die Weidener Senioren mit der Veranstaltung zufrieden. Am Ablauf wollen sie nichts verändern. Für den diesjährigen Seniorennachmittag am 6. Oktober konnte Heidingsfelder Gstanzlsänger Bäff engagieren. Auch die Fahrt zum Schießlweiher bleibt im Programm. Sie findet heuer am 9. August statt. Bereits am 30. Mai besuchen die Weidener das Zentrallager der Firma Witt . Ein weiterer Ausflug führt die Senioren am 6. Juni ins Heimatmuseum Neustadt und zum Zoigl beim Waldhauser. Der Seniorenbeauftragte betonte, dass man sich frühzeitig für die Fahrten anmelden solle, da es immer nur eine begrenzte Teilnehmer-Kapazität gebe. Darüber hinaus hat Alfons Heidingsfelder für 2016 mehrere Vorträge organisiert. Die Themen reichen von "barrierefreies Wohnen" (27. April) über "Richtig vererben und schenken" (3. Mai) bis zur Hinterbliebenenrente (29. Juni). (pjut)
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