Bleigießen und auch mal Grillen: Weidener Silvester-Trends
Ruhig wild

Der Startschuss zum Feuerwerkverkauf fiel am Dienstag nicht nur im Hagebaumarkt. Bild: Götz

Was an Silvester alles kracht und blitzt in Weiden, ist noch unklar. Zum Start des Feuerwerksverkaufs zeichnet sich in den Läden kein Trend ab. Dafür gibt es eine andere Entwicklung: Die Leute mögen wild feiern. Zu sehr über die Stränge schlugen sie in Weiden in der Vergangenheit aber nicht.

Manches gibt's eben nur drei Tage im Jahr. Also standen am Dienstag die ersten Kunden um 7 Uhr vor dem E-Center in der Unteren Bauscherstraße. Dem Silvesterfeuerwerk gehen die Freunde nie aus. Über die Kassenbänder rollte alles Mögliche, wie Inhaber Klaus Grünbauer berichtet. Einen wirklichen Renner konnte er nach den ersten Stunden ebenso wenig ausmachen wie Martin Schenk, stellvertretender Leiter des Obi-Baumarkts. Schussbatterien seien etwas mehr gefragt. Aber ansonsten komme "alles bunt gemischt" gut an. Dafür gibt es andere Trends: Bleigießen ist seit drei Jahren bei Grünbauer "auf einmal wieder" ein Renner. Und: Grillkohle. Wegen der milden Temperaturen stieg die Nachfrage, weshalb Grünbauer die Säcke vor dem Jahreswechsel wieder aus dem Lager holen ließ.

Hilfreiche Zäune


Eine andere Entwicklung beobachtet unterdessen die Feuerwehr: Es raucht und scheppert zwar an Silvester. Aber "wir hatten in den letzten Jahren keine größeren Einsätze", wie Stadtbrandrat Richard Schieder sagt. Glück mag eine Rolle gespielt haben, weshalb Schieder auch dringend zu Vorsichtsmaßnahmen rät wie die, nichts leicht Brennbares auf Balkonen zu lagern (mehr auf Seite 3 ). Aber auch so simple Dinge wie Zäune halfen. Früher hatte die Wehr an Silvester mehrere Einsätze, weil Knallköpfe Böller in Container auf Wertstoffinseln warfen. Das änderte sich, seit die Inseln umzäunt sind.

Der Stadtbrandrat kann nun daheim selbst ein paar Raketen anzünden. "Das gehört ja dazu." In der Wache haben sie in der Silvesternacht wegen der relativen Ruhe nicht einmal mehr Leute im Einsatz. Einzig: Einige Freiwillige feiern dort und leisten den Diensthabenden Gesellschaft. Extra Personal setzt auch die Notaufnahme am Klinikum nicht ein. Denn hier hält sich ebenfalls der Andrang an Silvester und Neujahr in Grenzen. Rund 100 Patienten verzeichneten die Mediziner um Chefarzt Dr. Andreas Dauber jüngst an diesen Tagen. Durchschnittswert. Vergangenes Jahr etwa gab nur eine Handverletzung durch einen Böller.

Für die Polizei bedeutet Silvester zwar mehr Arbeit, etwa wegen gesprengter Briefkästen oder brennender Hecken. Aber zumindest vor einem Jahr war laut Sprecher Günther Burkhard nichts Gravierendes dabei. Damit das so bleibt, mahnt auch er, beim Hantieren mit Feuerwerk die Regeln zu beachten. Aber nicht nur dort. Alkohol bitte nur in Maßen. Und wenn es doch zu viel wird, lieber per Taxi oder zu Fuß nach Hause. Ein Spaziergang an der frischen Luft zum Ausklang hätte ja immerhin den Vorteil, dass nach all dem Geböller der Kopf etwas weniger brummt.
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