Blumen an Valentinstag verschwunden - Familie entsetzt
Rosen weg: Dieb bedient sich an Grab

Es ist nur ein Blumengebinde. Trotzdem waren Hildegard Kohnen und ihre Familie schockiert, als jemand die Rosen stahl. Die Angehörigen hatten die Blumen zum ersten Todestag von Kohnens Mutter auf deren Grab am Waldfriedhof abgelegt - und noch ein Foto davon geschossen. Bild: privat

(fku) Es geht nur um Blumen, das ist ihr durchaus bewusst. Auch das Geld, sagt Hildegard Kohnen, das könnten sie verschmerzen. Und trotzdem, "mir hat's die Tränen in die Augen getrieben". Sie "war einfach nur entsetzt - wer macht so was"?

Eigentlich ist es keine große Nachricht. Jemand hat ein Blumengesteck gestohlen. Zehn Rosen, üppig arrangiert, 25 Euro. Allerdings war der Pflanzenschmuck gedacht für das Grab von Kohnens Mutter im Waldfriedhof. Am Samstag legten sie das Gesteck ab, tags darauf jährte sich der Tod der Mutter das erste Mal. Orange Rosen, sagt Kohnen, waren die Lieblingsblumen der Verstorbenen. Als die Angehörigen dann am Todestag zum Grab kamen, war das Gesteck verschwunden. Weil es erst ein Jahr her war, "war es sowieso ein schrecklicher Tag". Durch den Diebstahl aber, "war ich in meinem Inneren getroffen".

Vielleicht war's ja jemand, der sich für Sonntag, Valentinstag, noch kurzfristig eindecken wollte, vermutet Kohnens Ehemann Manfred. Die Tochter der beiden hat sogar bei der Polizei Anzeige erstattet. Ob was herauskommt - fraglich. Aber darum gehe es ihnen auch gar nicht in erster Linie, erklärt Hildegard Kohnen. Es sei einfach haarsträubend, dass sich jemand an einem Grab zu schaffen macht. Außerdem sollten solche Leute sich mal bewusstmachen, wie verletzend so etwas sein kann. Das Grab, immerhin, sah dann doch bald wieder blühend aus. Kohnens Tochter und ihre Schwester organisierten auf die Schnelle neue Blumen.

Die dürften so schnell nicht verschwinden. Jedenfalls sind solche Diebstähle vom Grab recht selten. Zwei bis drei Fälle sind Werner Weitensteiner, bei der Stadt zuständig für Friedhofsangelegenheiten, aus dem vergangenen Jahr bekannt. Die Polizei weiß ebenfalls nichts von auffällig vielen Vorkommnissen. Auch nicht vor besonderen Tagen wie Valentin. Ab und zu passiere es zwar, dass jemand in die Handtasche von Friedhofsgängern greift, die gerade mit der Grabpflege beschäftigt sind. Das aber habe weniger mit der Örtlichkeit zu tun als mit der Regel, wonach Gelegenheit Diebe macht. Trotz mancher Einzelfälle bleibt also wenigstens das: Am Friedhof herrscht weitgehend Ruhe.
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