BMW rast mit bis zu 150 Stundenkilometern durch Stadt [Aktualisierung]
Wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei

(Foto: Symbolbild: dpa)

Mit bis zu 150 Sachen heizt am Sonntagabend ein BMW fast durchs ganze Stadtgebiet. Ihm hinterher: sechs Polizeiwagen. Am Ende stoppen ein Pfosten und ein Anruf die extrem gefährliche Flucht eines 21-jährigen Rasers.

"Man möchte sich gar nicht ausmalen, was da noch hätte passieren können", sagt Markus Braun, stellvertretender Leiter der Verkehrspolizeiinspektion (VPI). Tatsächlich dürfte es zum großen Teil schlicht Glück sein, dass bei der Flucht eines jungen Autofahrers am Sonntag niemand verletzt wird. 12 Minuten lang rast er durch weite Teile des Stadtgebiets, überfährt mehrere rote Ampeln und ist in der Spitze bis zu 150 Stundenkilometer schnell, wie die Streifenwagen aufzeichnen, die den 5er BMW des 21-Jährigen verfolgen.

Start der Irrsinnsfahrt ist das Rondell bei der Leuchtenberger-/Friedrich-Ebert-Straße. Um 18.05 Uhr will der junge Mann offenbar seinen drei Begleitern im Auto imponieren: Mit quietschenden Reifen umkurvt er die Verkehrsinsel beim Kepler-Gymnasium. Damit fällt er aber einer Streife der VPI auf. Die Beamten signalisieren dem BMW: Anhalten. Stattdessen drückt der 21-Jährige aufs Gaspedal.

Mit teils extremer Geschwindigkeit geht es über die Vohenstraußer- und wieder zurück via Leuchtenberger Straße auf die Südost-Tangente, dann weiter unter anderem über die Dr.-Seeling- und die Brenner-Schäffer- auf die Dr.-Pfleger-Straße und zur Allee, vorbei an der Josefskirche ins Gewerbegebiet Mitte. Dort ein erster Stopp: Einer der Mitfahrer steigt aus. Ihn greift eine der sechs Streifen auf, die den BMW durchs Stadtgebiet verfolgen.

Der rast inzwischen am Josefshaus vorbei in die Mooslohe. Dort, am Merklsteig, verlassen schließlich die beiden übrigen Mitfahrer das Auto und werden ebenfalls gestellt. Alleine fährt der 21-Jährige unterdessen über die Moosloh- auf die Dr.-Kilian-Straße zum Gewerbegebiet Am Forst, wo seine motorisierte Flucht endet: Beim Versuch, auf einem Radweg unter den Gleisen hindurch in Richtung Hammerweg zu kommen, setzt er sein Auto gegen einen Pfosten. Also lässt er seinen Wagen zurück und nimmt - unverletzt - zu Fuß Reißaus.

Jedoch nicht für allzu lange. Denn die Polizei weiß nun, wer der Flüchtige ist. Die drei Mitfahrer, die den Beamten erklären, sie hätten das Auto verlassen wollen, nennen den Namen. So gelingt es den Polizisten, den 21-Jährigen telefonisch zu erreichen. Letztlich stellt er sich und wird festgenommen.

Nun zeigt sich auch, warum er davongefahren war: Er hat keinen Führerschein. Alkohol oder Ähnliches ist dagegen nicht im Spiel. Die Folgen dürften für ihn freilich happig werden. Unter anderem setzt es Anzeigen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Immerhin, so die Beamten, kam es aber offenbar zu keinen weiteren Unfällen im Zuge der riskanten Flucht. Dennoch bittet die Polizei für die weiteren Ermittlungen um Hinweise von Verkehrsteilnehmern, die womöglich gefährdet wurden (Telefon 0961/401321).
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