Bündnis für Familie startet Aktion für Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen
Hilfe holen für die Pflege

Was tun, wenn ein Angehöriger Pflege braucht? Antworten will das Bündnis für Familie mit einer neuen Aktion geben. Beim Auftakt mit dabei (von links): Margot Salfetter (Agentur für Arbeit), Johanna Hauer (Landkreis Neustadt/WN), Gerti Späth (AOK-Pflegeberatung), Monika Langner (Stadt Weiden) und Simone Domogalla (Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration). Bild: Bühner

Immer mehr Menschen arbeiten und pflegen daneben Angehörige. Eine Herausforderung, bei der das Bündnis für Familie mit wertvollen Tipps helfen will.

(sbü) Seit Jahren kümmert sich das Bündnis für Familie Weiden-Neustadt/WN um alle Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu zählt auch das Thema Pflege von Angehörigen. Ein schwieriges Thema. "Pflegebedürftigkeit tritt oftmals von heute auf morgen in einer Familie auf", berichtet Margot Salfetter aus ihrer Erfahrung als Beauftragte für Chancengleichheit der Arbeitsagentur. Um Betroffene über Hilfsmöglichkeiten zu informieren, startet das Bündnis ab sofort die Aktion "Pflegefall, was nun - ich arbeite, wie soll ich das schaffen?".

Professionelle Berater


Dabei wirbt das Bündnis zunächst in Betrieben der Region mit Plakaten für die Inanspruchnahme der Pflegeberatung der Pflegekasse. Denn hier gebe es Hilfe, zum Beispiel bei Anträgen zu Pflegeleistungen, Hilfsmitteln oder Familienpflegezeit. Solch professionelle Unterstützung ist oft dringend nötig. "Pflege ist zum Dschungel geworden", sagt Monika Langner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.

Eine, die Pflegeberatung anbietet, ist Gerti Späth von der AOK Weiden, die auch beim Bündnis mitarbeitet. Wie Späth berichtet, ist sie oft zu Hausbesuchen unterwegs. Auch nachgehende Betreuung sei vorgesehen. "In der Pflegeberatung wird ein individueller Versorgungsplan erstellt", so Späth. Hilfsmöglichkeiten wie Hausnotruf, Rollator, Pflegebetten, Lifte oder geeignete Badewannen werden dabei angesprochen. Unterstützung gibt es zudem in der Tagespflege oder durch "Essen auf Rädern". Aus ihrer 20-jährigen Berufserfahrung als Krankenschwester kennt Späth die Bedürfnisse kranker Menschen. Gleichzeitig kann sie das Wohnumfeld der Pflegebedürftigen bewerten und mögliche Risiken wie Stolperfallen oder schlechtes Schuhwerk erkennen. Manchmal müsse auch der Wohnraum umgebaut werden.

Oft zu spät


Mit Betroffenen spreche sie zudem über Schwerbehindertenausweis, Pflegekurse für Angehörige oder gesetzlichen Anspruch auf Familienpflegezeit. Auch der Umgang der Familie mit den Pflegebedürftigen sei ein wichtiges Thema. Leider meldeten sich Familien oftmals viel zu spät.

Adressen und Telefonnummern aller Pflegeberater - und viele weiteren wichtigen Informationen - finden sich im "Leitfaden für Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen", herausgegeben vom Bündnis für Familie. Erhältlich ist der Leitfaden unter der Adresse Bündnis für Familie Neustadt-Weiden, Stadtplatz 38, 92660 Neustadt/WN. Oder auf www.zukunftfuerfamilie.de
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