Carsharing interessiert immer mehr Bürger
Viele Unterstützer, aber alle mit eigenen Autos

Auto an Auto im Hintergrund, vorne die Teilnehmer des Treffens zum Thema Carsharing. Sie prosten sich zu. Auf die Neugründung eines Vereins aber stoßen sie wieder nicht an. Es gilt, noch einiges zu regeln. Bild: Kunz

Seit einem Dreivierteljahr informiert Grünen-Sprecher Stephan Korb interessierte Bürger über die vielen Möglichkeiten und Vorteile des Carsharings. Doch zu einer Vereinsgründung ist es bisher nicht gekommen. Auch am Donnerstagabend bei einer weiteren Informationsveranstaltung in der Gaststätte "Dagner" ging man erneut unverrichteter Dinge nach Hause. Dafür gab es erste Kostenrechnungen.

"Wir sind aber wieder ein Stück weit weitergekommen", sagte Korb. "Wir konnten Menschen begeistern und es kommen immer wieder neue dazu." Inzwischen zähle der Kreis derer, die sich mit dem Thema Carsharing anfreunden könnten, rund 30 Personen. "Unterstützen würden uns viele. Aber viele haben halt noch ihre eigenen Autos."

Drei Familien sollen starten


Natürlich habe man auch über den Tellerrand geschaut und sich deutschlandweit informiert. "Es gibt offene und geschlossene Carsharings." Offene Carsharings seien Vereine oder Firmen, die Autos weiterleiten. "Das können Vereine, Genossenschaften oder professionelle Firmen sein." Nachteil: "Man muss eine Organisation dazu gründen."

Im Moment stelle sich die Situation in Weiden so dar: "Wir haben einfach zu wenig Erfahrung." Deshalb sei ein geschlossenes Carsharing vorerst die idealere Lösung. "Es teilen sich mehrere Menschen ein Auto." Ähnlich einer Urlaubskasse zahle man in eine Autokasse ein und daraus werde dann das Auto finanziert.

"Ich denke da so an zwei, drei Familien." Dies sei der richtige Weg für Weiden. "So kann man starten." Das Problem vor Ort: "Wir haben viele Interessenten, die aber an weit entfernten Standorten wohnen. Sie unter einen Hut zu kriegen, ist schwierig." Man bräuchte bis zu zehn Fahrzeuge, um das Projekt zu starten.

Reduziere man die Mitglieder auf Gruppen, könnte es funktionieren, glaubte Korb. Ein halbes Jahr nach der Gründung solle es dann ein Treffen zum Erfahrungsaustausch geben. Dann könne man weitersehen "und vielleicht das Ganze auf eine andere Basis stellen, einen Verein gründen".

Gut wäre, wenn man mit drei Autos an den Start gehen könne. Er selber werde sein Fahrzeug beisteuern, erklärte Korb. "Das kann dann jeder selber organisieren. Für solche Nachbarschaftsautos gibt es Verträge, entweder vom Verkehrsclub Deutschland oder vom ADAC." Diese Verträge müssten innerhalb der Gruppen geschlossen werden. "Kommt ein neuer Interessent hinzu, muss der Vertrag wieder neu geschlossen werden."

Neue Runde im Oktober


Am Donnerstag wurde auch kalkuliert. Ein Kleinwagen, der 12 000 Euro kostet, komme pro Kilometer auf 55 Cent, wenn er 10 000 Kilometer pro Jahr gefahren werde. "Wird das Auto 30 000 Kilometer gefahren, kostet der Kilometer nur noch 28 Cent. Ein Auto soll halt auch bewegt werden." Am 20. Oktober geht das Thema Carsharing in eine neue Runde. Treffpunkt: Volkshochschule, 19 Uhr.
Weitere Beiträge zu den Themen: Stephan Korb (8)Carsharing (6)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.