Cholesterin: Fachvortrag über Gefahren und Abhilfe
Vom Vorteil des Fastens

Professor Dr. Robert Schwinger sprach beim Ärztlichen Fortbildungsabend. Bild: ir

Hohe Cholesterinwerte sind ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, erhöht sich dadurch. Die gezielte Behandlung - sowohl in vorbeugender Form, aber auch bei der Nachsorge - spielt daher eine große Rolle.

"Das generelle Problem kann alle Gefäße betreffen", warnte Prof. Dr. Robert Schwinger bei der Fortbildungsveranstaltung des Ärztlichen Kreisverbands im Hotel "Zur Heimat". Der Chefarzt der Medizinischen Klinik II betonte, die Beurteilung des Fettstoffwechsels solle nicht in erster Linie nach den gemessenen Werten erfolgen, sondern nach dem Abwägen der Risiken des Patienten.

Ein Patient mit Diabetes vom Typ II oder mit Stents sei anders zu bewerten als ein wenig vorbelasteter. Studien belegen, dass ein niedrigeres LDL-Cholesterin auch ein niedrigeres Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall bedeute. Das "schlechte" Cholesterin (LDL) könne in den Arterien Fettablagerungen bilden. So könne es zu Verengungen oder gar Verstopfungen in den Gefäßen kommen. Deren Funktionalität und die eventuelle Abnahme der Einlagerungen nach einer Behandlung seien messbar.

"Als effektive zusätzliche Maßnahme zur Senkung der Cholesterinwerte kommt die Fastenzeit gerade richtig", sagte Schwinger. Auf das tägliche Frühstücksei brauche man nicht zu verzichten. Die Gewichtsreduktion sowie eine eventuelle Änderung des Lebensstils seien aber von großer Bedeutung. Die regelmäßige Überprüfung der Cholesterinwerte und deren medikamentöse Behandlung - gerade auch zur Vorbeugung von koronaren Herzerkrankungen - hätten zu positiven Studienergebnissen geführt. Bei Hochrisikopatienten sollte der LDL-Wert so niedrig und so früh wie möglich gesenkt werden.

Ein neues, 2015 zugelassenes Medikament setze auf die effektive Reinigung von LDL (Low-Density-Lipoproteins) in der Leber. Es komme für Patienten mit Statin-Unverträglichkeit infrage, aber auch, wenn die Zielwerte nicht erreicht werden oder familiär bedingte Hypercholesterinämie vorliege. Der Fertig-Pen werde im 14-Tage-Rhythmus vom Patienten gespritzt, erläuterte Schwinger.

Für seinen Vortrag dankte ihm Vorsitzender Dr. Wolfgang Rechl. Er wies die Kollegen auf "eine leitliniengerechte Filterung hin", die bei dem neuen, kostenintensiven Medikament notwendig sei.
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