CSU-Stadtrat Hans Sperrer fordert Neubau des Jugendzentrums
Uralt, muffig, heiß geliebt

Gut 60 Jahre hat das Jugendzentrum auf dem Buckel. Und die Stadt muss endlich etwas tun, am besten neu bauen, meint CSU-Stadtrat Hans Sperrer. Doch das ist nicht so einfach.

Immerhin, in diesem Jahr ist Geld da, um wenigstens die Lüftung zu sanieren, sagte OB Kurt Seggewiß im Bauausschuss. Für Stefan Rank (Bürgerliste) ist jedoch jeder Euro zu schade, der "in den Kasten" gesteckt wird. Ebenso wie Sperrer sprach er sich für einen Neubau aus, für den wenigstens Schubladen-Pläne erstellt werden müssten, um dann zuschlagen zu können, wenn es mal eine bessere Förderung gebe. Die Jugend brauche einen attraktiven Neubau. "Die Ansprüche sind heute anders." Das Juz habe es verdient, auf neue Beine gestellt zu werden. Der Keller sei patschnass und muffig. "Wir könnten nebenan bauen", stellte Alois Lukas (CSU) fest. OB Seggewiß hingegen betonte, dass Stadtjugendring und die Leitung des Jugendzentrums sehr am Gebäude hingen, das heiß geliebt werde. Es sei fraglich, ob ein Neubau gewünscht werde. Noch stünden Gespräche aus. Und die seien aufgrund der knappen Zeit zwischen Antrag der CSU und Sitzung nicht möglich gewesen.

In den Papierkorb


Sperrer hatte zuvor die Stellungnahme der Bauverwaltung "zerrissen". "Die gehört in den Papierkorb. Im Grunde ist gar nichts untersucht worden." Eine Sanierung werde wohl die Probleme nicht mehr lösen können. Im Jugendzentrum und beim Stadtjugendring werde hervorragende Arbeit geleistet. Das Bauamt solle deren Bedürfnisse abklären. "Das müsst ihr schon selbst auf die Reihe bringen." Neben den wichtigen Schulsanierungen dürfe das Jugendzentrum nicht vergessen werden.

Jutta Häusler, Leiterin des Hochbauamtes, listete die Quadratmeterkosten für den Neubau nach verschiedenen Standards auf. Sie teilte mit, dass die Gebäude-Untersuchung und Planung außerhäusig vergeben werden müssten, wofür aber derzeit kein Geld zur Verfügung stehe. Das Jugendzentrum weise einen umbauten Raum von 6895 Kubikmetern auf. Ein vergleichbar großer Neubau würde zwischen 2,48 Millionen Euro (einfache Ausführung) bis 3,765 Millionen Euro (hoher Standard) kosten. Allerdings würden generell heute "vergleichbare Häuser" deutlich kleiner gebaut, so dass sich die Kosten zwischen 850 000 und 1,7 Millionen Euro bewegen würden.

Die Kritik der CSU an der Stellungnahme der Verwaltung wiesen OB Seggewiß, aber auch Rank und Alois Schinabeck (SPD) zurück: Der Antrag sei am 22. August gestellt worden. Schon acht Tage vor der Sitzung sollte die Stellungnahme vorliegen. "Da blieb wirklich nicht viel Zeit. Wir dürfen deshalb die Verwaltung auch nicht schimpfen", betonte Schinabeck. Rank stellte fest, dass alle gestellten Fragen beantwortet seien. "Wer Details haben will, muss nach Details fragen", wandte er sich an die CSU.

Gespräche führen


Die noch ausstehenden Gespräche mit Stadtjugendring und Jugendamt würden noch geführt, sagte OB Seggewiß zu. Bürgermeister Jens Meyer (SPD) schlug vor, das Thema Jugendzentrum im Jugendhilfeausschuss weiter zu behandeln.
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