DAK untersucht jährlich das Krankheitsverhalten von Arbeitnehmern
Psychische Erkrankungen treffen oftmals Frauen

MdB Uli Grötsch (1. von links) hatte eingeladen. Caroline Schießl und Thomas März-Kronfeld von der DAK (3. und 4.von links) präsentierten den neuesten DAK-Gesundheitsreport. Personalleiter Markus Dippold (2.von links) war für die Stadt Weiden dabei

Die DAK hat das Krankheitsverhalten von Arbeitnehmern untersucht. Speziell für die nördliche Oberpfalz gibt es dabei überraschende Erkenntnisse. Ein Augenmerk lag diesmal zudem auf Unterschieden zwischen Männern und Frauen - und dabei kamen gleich noch ein paar Überraschungen dazu.

Der DAK-Gesundheitsreport 2016 trägt die Überschrift "Der große Unterschied - warum Frauen und Männer anders krank sind". Thomas März-Kronfeld, DAK-Leiter Service Ostbayern, präsentierte die Untersuchung mit Caroline Schießl, Leiterin des DAK-Servicezentrums. Zur Vorstellung der neuesten DAK-Studie hatte MdB Uli Grötsch in sein Büro eingeladen.

Frauen: Psyche, Krebs


Manches Überraschende wurde dabei vorgetragen. Dazu zählen vor allem die großen Unterschiede zwischen Männern und Frauen in den einzelnen Krankheiten, die zu Arbeitsausfällen führen. So wurden bei den psychischen Erkrankungen letztes Jahr pro 100 Versicherte bei den Frauen 271 Krankheitstage gezählt, dagegen bei den Männern lediglich 155. Noch stärker sind die Unterschiede bei Krebsleiden. Auf 100 Frauen entfielen 97, auf 100 Männer nur 39 Krankheitstage.

Männer: Herz-Kreislauf


Ein umgekehrtes Verhältnis zeigt die Statistik bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Männern wurden 87 Fehltage gezählt, bei Frauen dagegen nur 52. Diese Ergebnisse wurden für die nördliche Oberpfalz errechnet. Bayernweit sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht so groß wie in der Region. Insgesamt zählt die nördliche Oberpfalz zu den Regionen mit überdurchschnittlich hohem Krankenstand. An jedem Tag des Jahres waren im Durchschnitt 39 von 1000 Arbeitnehmern krankgeschrieben. Der Vergleichswert für Bayern liegt bei 36. Zu den drei größten Gruppen zählen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit 21,6 Prozent, des Atmungssystems (16,5) und psychische Erkrankungen (14,6). Im Vergleich zum Vorjahr gab es starke Zunahmen bei Atemwegserkrankungen (von 160 auf 235 Krankheitstage pro 100 Versicherte),

"Unternehmen können aus unserer Analyse wichtige Impulse für das Gesundheitsmanagement ablesen" sagt Caroline Schießl. Auch dazu zitiert die Expertin ein Befragungsergebnis aus der DAK-Studie. Fast 35 Prozent der Frauen sagen von sich: "Wenn mein Kind krank ist, weiß ich mir manchmal nicht anders zu helfen als mich selbst krank zu melden." Für MdB Grötsch gibt es zwei wichtige Schlussfolgerungen aus der Studie: "Das betriebliche Gesundheitsmanagement muss auch in Klein- und Mittelbetrieben forciert werden." Zudem müsse politisch alles getan werden, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.
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